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Unterägeri

«Talgeschichten Ägeri»: Ein neuer Verein übernimmt die Leitung des Museumsprojekts

Dieser schafft die organisatorische Grundlage für die Umsetzung des geplanten kulturhistorischen Zentrums und führt das Vorhaben in die nächste Phase.

Museum, Schaudepot, historische Ausstellung: Ideen und Vorschläge gab es viele. Nun nimmt das Projekt um die rund 5000 Gegenstände umfassende Sammlung, welche die Geschichte des Ägeritals mit erzählen, konkretere Gestalt an. Seit Ende März gibt es den Verein «Talgeschichten Ägeri». Er bildet künftig die organisatorische Grundlage für die Umsetzung des geplanten kulturhistorischen Zentrums, das in der neuen Überbauung Euw in Unterägeri einen Platz bekommt.

Von links: Christian Lichte (Präsident Verein «Talgeschichten Ägeri»), Beat Iten-Müller (Bürgerratspräsident Unterägeri) und Werner Iten (Vorstandsmitglied und Bürgerrat Unterägeri) vor dem neuen Standort Euw, wo die Sammlung untergebracht wird.
Bild: zvg

Ein vierköpfiger Vorstand führt den Verein gemäss einer Mitteilung an. Christian Lichte übernimmt das Präsidium. Er bringe als Immobilien- und Baumanager mit über 20 Jahren Erfahrung sowie als Architekt und Dozent an der Hochschule Luzern fundierte Kompetenzen für die Aufbauphase mit. Neben ihm wurden Werner Iten (Bürgerrat Unterägeri) als Vizepräsident, Yvonne Wicky (Bürgerrätin Oberägeri) als Aktuarin sowie Andreas Betschart (Kulturbeauftragter der Einwohnergemeinden Unterägeri und Oberägeri) als Verantwortlicher für die Finanzen gewählt. Damit seien die Einwohner- und Bürgergemeinden des Ägeritals im Vorstand vertreten und unterstützen das Projekt.

Die operative Projektleitung liegt bei Stephanie Müller, Historikerin, Kuratorin und Kulturmanagerin. Die gebürtige Oberägererin begleitet das Projekt bereits seit mehreren Jahren und ist für die inhaltliche Entwicklung sowie die Umsetzung verantwortlich. «Besonders schön ist, dass aus der Idee nun ein realer Ort entsteht. Ich freue mich darauf, einen Auftritt und einen Ort zu gestalten, der im Ägerital verankert ist und die Menschen wirklich erreicht», wird sie in der Mitteilung zitiert.

Die Sammlung soll ein Zuhause finden

Die Vereinsgründung sei das Ergebnis eines langen Entwicklungsprozesses, heisst es weiter. Bereits seit 1978 sammelt die Bürgergemeinde Unterägeri Objekte zur Geschichte des Ägeritals. Die Sammlung ist auf mehrere Standorte verteilt und wurde bislang nur punktuell öffentlich gezeigt. Mehrere frühere Anläufe zur Gründung eines Museums konnten lange keine tragfähige Lösung hervorbringen.

In den vergangenen Jahren wurde ein breit abgestützter Entwicklungsprozess gestartet. Die Umsetzung eines grosszügigen Museumsprojekts scheiterte an der Finanzierung. Den Gemeinden Unter- und Oberägeri war das Vorhaben zu teuer. Eine Arbeitsgruppe entwickelte daraufhin ein tragfähiges Konzept. Mit der Vereinsgründung im März 2026 wird dieses nun in die konkrete Umsetzung überführt und dem Vorstand zur weiteren Umsetzung übertragen.

Der Verein «Talgeschichten Ägeri» verfolgt das Ziel, das kulturelle Erbe des Ägeritals zu bewahren, zu erforschen und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dabei gehe es nicht nur um die Sicherung und Pflege der bestehenden Sammlung, sondern auch um deren zeitgemässe Vermittlung.

Als Nächstes stünden jetzt der Aufbau der Organisationsstruktur und einer Geschäftsstelle, die Entwicklung des visuellen Auftritts sowie die Planung und Umsetzung des Ausbaus der Räumlichkeiten in der Überbauung Euw an. Die Initialkosten werden durch Beiträge der Bürgergemeinde Unterägeri, der Einwohnergemeinde Unterägeri, der Korporation Unterägeri sowie der katholischen Kirchgemeinden Unterägeri und Oberägeri getragen. Die jährlichen Betriebskosten ab 2027 werden über eine vierjährige Leistungsvereinbarung mit den Einwohner- und Bürgergemeinden Unterägeri und Oberägeri gedeckt.

Die Mitgliedschaft im Verein steht interessierten Personen und Institutionen offen, für ein aktives Einbringen oder als Gönnerin oder Gönner. Kontakt: Stephanie Müller, hallo@stephanie-kuratiert.ch

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