Die Frage nach dem Sinn des eigenen Daseins ist aktueller denn je. In einer Zeit, die von nahezu unbegrenzten Möglichkeiten und ständiger Veränderung geprägt ist, werden Zweifel und Neuorientierung zunehmend offen angesprochen. Menschen nehmen sich Auszeiten, stellen bisherige Lebensentwürfe infrage oder wagen einen Neuanfang. Die Ausstellung «und jetzt?!» greift diese gesellschaftliche Entwicklung auf und richtet den Blick auf unterschiedliche persönliche Wege.
Im Mittelpunkt stehen vier Menschen und ihre Suche nach dem Sinn im Leben. In Video-Interviews erzählen sie von persönlichen Krisen, Brüchen, Entscheidungen und von der Suche nach einem Leben, das sie erfüllt. Ihre Geschichten zeigen, dass Lebenswege selten geradlinig verlaufen – und die Frage «Und jetzt?!» Menschen in ganz unterschiedlichen Lebensphasen beschäftigen kann.
Die Ausstellung versteht sich dabei nicht als Sammlung fertiger Antworten. Vielmehr stellt sie Fragen und öffnet einen Raum für die persönliche Auseinandersetzung: mit den eigenen Entscheidungen, mit Vorstellungen von einem gelungenen Leben und mit der Frage, welche Bedeutung Sinn und Orientierung im eigenen Leben haben.
Bruder Klaus: Ein Lebensweg zwischen Aufbruch und Berufung
Auch das Leben von Niklaus von Flüe war von einem tiefgreifenden Wendepunkt geprägt. Mit dem Einverständnis seiner Frau Dorothee Wyss verliess er mit 50 Jahren sein bisheriges Leben als Bauer, Ratsherr und Familienvater und ging auf eine Pilgerreise. Doch bald schon führten ihn visionäre Erfahrungen zur Umkehr. Schliesslich fand er im Ranft, unweit von seiner Familie, seine Berufung.
Die Geschichte von Bruder Klaus erscheint in der Ausstellung nicht als abgeschlossene Heiligenlegende, sondern als Lebensweg eines Menschen, der sich mit grundlegenden Fragen auseinandersetzte und eine radikale Entscheidung traf. Die Verbindung zu heutigen Lebensgeschichten eröffnet einen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart: Was bedeutet Berufung heute? Wie gehen Menschen mit Brüchen um? Und was kann Orientierung geben, wenn ein bisheriger Lebensentwurf nicht mehr trägt?
Eine Ausstellung, die keine Distanz verlangt
Ergänzt werden die Video-Interviews durch Werke aus der Museumssammlung von Franz Bucher und Alois Spichtig, dem Mitinitiant und ersten Leiter des Museum Bruder Klaus. Gedichte von Margrit Spichtig-Nann aus der Publikation «Bruder Klaus von Flüe – erleuchtete Nacht» erweitern die Ausstellung um eine poetische Ebene.
«und jetzt?!» richtet sich nicht nur an Menschen, die sich aktuell in einer Phase der Neuorientierung befinden. Die Ausstellung spricht eine Erfahrung an, die viele Menschen kennen: den Moment, in dem man innehält und sich fragt, wie es weitergehen soll.
Kabinettausstellung zur Geschichte des Hauses
Neben der neuen Sonderausstellung blickt die Kabinettausstellung «Vom Haus zum Museum» anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums auf die Geschichte des Museums Bruder Klaus zurück. Von der ersten Idee einer dauerhaften Erinnerungsstätte für Niklaus von Flüe über den Erwerb des historischen Peter-Ignaz-von-Flüe-Hauses und der Eröffnung im Jahr 1976 bis zur heutigen Ausrichtung zeichnet die Ausstellung wichtige Entwicklungsschritte nach. Zeitzeugnisse, Dokumente und ausgewählte Geschichten machen sichtbar, wie sich das Museum in fünf Jahrzehnten immer wieder gewandelt hat und sich zu einem festen Bestandteil der Zentralschweizer Kulturlandschaft entwickelt hat. (zvg/unp)

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