Salome Erni
Salome Erni
Salome Erni
Beim Mülihof in Alberswil ist der Name Programm: Hier stand früher die Steinermühle, heute ist an deren Stelle ein Neubau, der in seiner äusseren Erscheinung an das frühere Gebäude erinnert. Auch wer nichts über diese Vergangenheit Bescheid weiss, wird als Hinweis auf die Geschichte die zwei grossen Mühleräder bemerken, die an einer Stallwand in der Nähe lehnen.
Dabei handelt es sich nicht um «Einheimische»: Das Wasserrad war in einer Berner Sägerei in Betrieb, das Mutterrad gehörte zu einer Mühle in der Luzerner Gemeinde Eschenbach. Walter Steiner, der einstige Verwalter des benachbarten Agrarmuseums Burgrain, wurde auf die Wasserräder aufmerksam und brachte sie nach Alberswil, «um sie vor der Zerstörung zu retten», wie er sagt.
Mühlerad wird von der Armee transportiert
Dass solche dreieinhalb Meter hohen Objekte nicht leicht zu transportieren sind, erklärt sich von selbst. So liess sich Steiner etwas Spezielles einfallen, als das Berner Wasserrad vor rund 20 Jahren nach Thun reisen musste, um dort im Rahmen eines Arbeitslosenprojektes restauriert zu werden. Für den Hin- und Rücktransport fragte er die Schweizer Armee an, die sich im Rahmen einer Fahrschule dafür auch bereit erklärte.
Die beiden Räder gehörten nie zur selben Mühle, doch sie ergänzen sich in ihrer Funktion. Das Wasserrad aus dem Kanton Bern mit seinen 25 Schaufeln aus Tannenholz wurde seinem Namen entsprechend über den Mühlekanal in Bewegung gesetzt. Das danebenstehende Eschenbacher Kammrad mit 160 Zähnen ganz aus Hartholz war als Mutterrad der direkte Antrieb für die Mühlesteine und setzte seinerzeit gleich zwei Mahlgänge in Betrieb. Um eine Mühle zu betreiben, wären Mutter- und Wasserrad über eine Achse verbunden.
Zehn Kilometer von Hand ausgehoben
Wie überall waren früher auch im Raum Willisau Mühlen wichtig für das alltägliche Leben und die Wirtschaft – ganze 34 Stück zählte man dort im 17. Jahrhundert. Zwischen Gettnau und Schötz gibt es einen fast zehn Kilometer langen Mühlekanal, der von der Luther und bis 1977 auch von der Wigger gespiesen wurde und in Letzterer mündet. Diese Länge ist umso beachtlicher, wenn man bedenkt, dass einst alles mühsam von Hand ausgehoben wurde.
Früher war dieser Wasserkanal wirtschaftlich sehr bedeutend, denn er betrieb in Gettnau eine Mühle und eine Sägerei, auf Burgrain eine Haupt- und Nebenmühle samt einer Reibe, im Dorf Alberswil zwei Mühlen, eine Sägerei und eine Stampfe und in Schötz die Dorfmühle. Dabei diente das Alberswiler Schwefelbächli als Ablauf in die Wigger, sollte der Mühlekanal für Renovationsarbeiten an bachabwärts gelegenen Wasserrädern einmal trockengelegt werden. Heute ist dieser Abzweiger ausser Betrieb, der Mühlekanal selber versorgt anstelle von Mühlen drei Elektrizitätswerke mit Wasser.
Walter Steiner hat bereits Visionen, wie die lokale Mühlenvergangenheit dem Publikum zugänglich gemacht werden kann. Steiner sucht eine dauerhafte Bleibe für die Exponate und möchte diese gemeinsam mit erklärenden Grafiken in einem Info-Pavillon der Öffentlichkeit präsentieren.



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