Was bedeutet Regionalität konkret – und welches Potenzial steckt im Kanton Nidwalden? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Abend «Regionalität am runden Tisch» im Rahmen von «Platz da» in Stans. Nidwaldner Holz und Natürlich Nidwalden spannten für den Anlass zusammen. Beide Vereine verbindet das Ziel, den Kanton und seine regionalen Produkte, Unternehmen und Kreisläufe zu stärken.
Pointiert führte Moderator Thomas Gabriel durch das dreiteilige Podium mit Toni Niederberger, Präsident des Vereins Nidwaldner Holz und Landrat, dem pensionierten Förster Walter Hurschler, Gastronom Christoph Keiser, Paul Odermatt von Natürlich Nidwalden und ebenfalls Landrat sowie Peter Barmettler, Präsident des Gewerbevereins Nidwalden und Inhaber der Schiltrac Fahrzeug GmbH.
Für Christoph Keiser beginnt Regionalität beim Essen. Als Gastronom setzt er auf regionale Lebensmittel – teilweise sogar direkt aus der Landwirtschaft seines Bruders. Entscheidend sei aber auch, wie Menschen essen: Wer sich Zeit nehme, ein Essen bewusst zu geniessen, habe eher einen Bezug zu Herkunft und Regionalität. Wer hingegen schnell etwas essen wolle, ohne Erlebnis und Gefühl, rücke diese Aspekte eher in den Hintergrund.
Paul Odermatt, Landwirt und vielseitig engagierter Nidwaldner, zeigte auf, wie viel mit Innovation und Fantasie möglich ist. Als Produzent von Nidwaldner Edelsaft holt er das Beste aus dem Apfel heraus. «Sein Tag hat mehr als 24 Stunden», meinte Moderator Thomas Gabriel augenzwinkernd. Für Odermatt ist Regionalität selbstverständlich. Gleichzeitig verwies er auf den Selbstversorgungsgrad der Schweiz von rund 45 Prozent. Die begrenzte landwirtschaftliche Fläche setzt einer weiteren Steigerung Grenzen. Umso wichtiger sei es, vorhandene Möglichkeiten kreativ zu nutzen.
Holz als «Zehnkämpfer»
Auch der Wald zeigte am runden Tisch, welches Potenzial in regionalen Kreisläufen steckt. Walter Hurschler erläuterte die vielfältigen Funktionen des Waldes: Er schützt, speichert Wasser, bietet Lebensraum und dient als Erholungsraum. Damit er diese Leistungen dauerhaft erbringen kann, braucht es eine nachhaltige Bewirtschaftung.
Toni Niederberger bezeichnete Holz als «Zehnkämpfer»: vielseitig, zäh und flexibel. Rund 12 000 Kubikmeter Holz werden jährlich im Kanton verbaut – rund 8000 Kubikmeter davon stammen aus dem Ausland. Für den Verein Nidwaldner Holz ist deshalb klar: Das vorhandene Potenzial für mehr einheimisches Holz soll genutzt und der regionale Kreislauf gestärkt werden.
Peter Barmettler brachte eine weitere Seite der Regionalität auf den Tisch. In seiner Rolle als Gewerbevereinspräsident und Unternehmer setzt er sich für den Wirtschaftsstandort Nidwalden ein. Die zentrale Frage sei, ob Nidwalden langfristig zu einem reinen Wohnkanton werden wolle oder ob auch Industrie und Gewerbe ihren Platz behalten sollen. Landwirtschafts- und Gewerbebetriebe müssten sich entwickeln können – stiessen dabei aber nicht selten auf Grenzen, weil die räumlichen Kapazitäten ausgeschöpft sind.
Der Abend machte deutlich: Regionalität lebt vom Zusammenspiel. Von Landwirtschaft und Gewerbe, von Wald und Holz, von Gastronomie und Konsum. Nidwaldner Holz und Natürlich Nidwalden wollen genau dieses Bewusstsein stärken und damit die Wertschöpfung in Nidwalden halten.
Am Donnerstag, 3. September, bietet sich eine weitere Gelegenheit, «Platz da» zu erleben. Dann stehen der bekannte Mondholzbauer Stephan Küng aus Alpnach und der «Mann mit Wald und Holz im Blut», Walter Hurschler, Anita z’Rotz vom Hof Murmatt, Elmar Barmettler von BellaBio und Axel Dippold von der Molki Stans Mittelpunkt des Abends. (zvg)
Der Text wurde von Lignum Holzwirtschaft Zentralschweiz, der Dachorganisation der Zentralschweizer Wald- und Holzwirtschaft, zur Verfügung gestellt.


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