Kanton Uri

«Befreiend, nicht in klassischer Theatersituation zu spielen»

Zwischen Sofa, Esstisch und Schlafzimmer entwerfen drei Schwestern immer neue Lebensentwürfe. Chantal Dubs erzählt, was sie an der Inszenierung unter der Regie von Livio Beyeler reizt.
Chantal Dubs, Anna Kummrow und Aline Beetschen (von links) träumen als Schwestern von einem anderen Leben.
Bild: zvg

Drei Schwestern träumen von einem anderen Leben. Von Aufbruch und einem Ort, der sich nach zu Hause anfühlt. Inspiriert von Anton Tschechows Klassiker verhandelt diese besondere Inszenierung Sehnsucht, Migration und die Frage, was von unseren Träumen bleibt.

Das Stück unter der Regie von Livio Beyeler spielt mitten im Einrichtungshaus Muoser – zwischen Musterwohnungen, eingerichteten Wohnräumen und den Versprechen eines zukünftigen Zuhauses. Hier richten sich die drei Schwestern Anna Kummrow, Aline Beetschen und Chantal Dubs immer wieder neu ein, entwerfen Lebensentwürfe, wählen Möbel für ein Morgen, das vielleicht nie kommt, und träumen von einem Ort, an den sie zurückkehren möchten.

Verbindung von Stoff und Ort

Chantal Dubs schlüpft in der Inszenierung in die Rolle von Olga. Sie ist bekannt aus Fernsehserien wie «Der Bestatter» oder «Tatort», und erklärt, weshalb sie an dieser Produktion im Kanton Uri mitwirkt: «Idee und Konzept haben mich sofort überzeugt. Das Stück handelt von Sehnsucht nach einem besseren Leben, Sinn, Aufbruch und Neustart – Themen, die wunderbar mit einem Möbelhaus als Ort für Ankommen, Neubeginn und Zuhause verbunden sind. Auch Theater in ungewohnten Räumen und Situationen finde ich super.» Weiter empfindet sie es als reizvoll, das Möbelhaus Muoser zu einem theatralen Ort zu machen, die Einrichtung zu bespielen und ihre Möglichkeiten auszuschöpfen. «Besonders interessant finde ich die Verbindung von Stoff und Ort: Die Schwestern sprechen in einem Möbelhaus über ihr Fernweh und darüber, wie es für sie weitergehen soll.»

Schwestern mit Mut und Herz

Doch je weiter die Geschichten der drei Schwestern fortschreiten, desto deutlicher wird die schmerzhafte Erkenntnis: Manche Orte – geografische wie innere – lassen sich nicht zurückerobern. Moskau bleibt Sehnsuchtsort, Erinnerung und Projektionsfläche zugleich. Zwischen Sofas, Esstischen und Schlafzimmern entfaltet sich eine berührende Erzählung über Fernweh, das Altern von Träumen und die Frage, wo wir Heimat finden, wenn das erträumte Zuhause unerreichbar geworden ist.

Dass sie sich in «Drei Schwestern» nicht in einem gewohnten Bühnensetting wiederfindet, stört die Berner Schauspielerin nicht: «Ich finde es befreiend, nicht immer in der klassischen Theatersituation zu spielen. Gleichzeitig wird es durch den kleineren, konzentrierten Rahmen bestimmt sehr intim – das braucht Mut und Herz von uns Sisters», sagt Chantal Dubs. (zvg/mu)

«Drei Schwestern», 4. bis 6. September 20 Uhr (am Sonntag um 14 Uhr), im Einrichtungshaus Muoser in Schattdorf. Eine Gegenpol-Produktion. Infos und Tickets: www.theater-uri.ch

Theaterbetreib geht weiter

Kommentare (0)