Die Mitte Nidwalden lud am Donnerstagabend zum Wirtschaftsanlass bei der Syenergy AG in Stans ein. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Nidwalden entwickelt innovative Lösungen in den Bereichen erneuerbare Energien, intelligentes Energiemanagement und Batteriespeicher.
«Photovoltaik, Batteriespeicher und E-Mobilität bilden heute das Rückgrat einer modernen und nachhaltigen Energieinfrastruktur», führte Landratskandidat Stefan Pfister (Ennetmoos) ins Thema ein. Doch diese Technologien würden die Unternehmen, Fachpersonen und Politik vor neue Herausforderungen stellen. «Wie lassen sich Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Klimaziele sinnvoll verbinden?» Diese Fragen beantworteten die drei Gäste aus je einer unterschiedlichen Perspektive. Parteipräsident Roland Kaiser führte als Moderator durch den Abend.
Erfolg der Photovoltaik benötigt Netzintelligenz und Speicher
Den Auftakt machte Daniel Birrer, CEO der Syenergy AG. Er stellte das Unternehmen und seine Tätigkeitsfelder vor. Anschliessend gewährte Professor Roger Buser von der Hochschule Luzern (Departement Technik & Architektur) Einblicke in die Stromspeicherung und Energieverteilung. Roger Buser ist ein Experte für Photovoltaik und Eigenverbrauchsoptimierung. Er zeigte auf, dass die von Photovoltaikanlagen produzierte Elektrizität nicht immer zeitgleich benötigt wird, sich der Verbrauch aber durch gezielte Steuerung über den Tag verteilen lässt. Eine zentrale Rolle spielen dabei Speichermöglichkeiten. Dabei seien die Batterien von Elektrofahrzeugen besonders leistungsfähig. Sein Fazit: Für einen erfolgreichen Ausbau der Photovoltaik braucht es Netzintelligenz und ausreichende Speicherkapazitäten. «Das Netz ist stabil, wenn wir es aktiv steuern», so Buser. Und er betonte: «Die Technik ist vorhanden. Ob die Umsetzung gelingt, hängt vom Willen der Bevölkerung und der Politik ab.»
Der Stand der Energiewende in der Schweiz
Damit setzte Roger Buser den Übergang zur nächsten Referentin: Die Luzerner Nationalrätin Priska Wismer-Felder brachte den politischen Blickwinkel ein. Unter dem Titel «Energiewende – in voller Fahrt oder noch im Stau?» ordnete sie den Stand der Energiewende ein. Ihre Einschätzung fiel positiv aus: Die Schweiz sei auf Kurs, auch wenn noch viel Arbeit bevorstehe. Die Energiewende werde in der Öffentlichkeit zu Unrecht als gescheitert dargestellt. «Wir dürfen nicht erwarten, die Ziele für das Jahr 2050 bereits heute zu erreichen», hielt sie fest. Einigen Etappenzielen sei man sogar voraus, so etwa im Bereich der Wasserkraft. Entscheidend für die nachhaltige und sichere Stromversorgung sei ein Zusammenspiel verschiedener Produktionsformen und Massnahmen. Um den Ausbau erneuerbarer Energien weiter voranzubringen, brauche es zudem schnellere Bewilligungsverfahren – ein Handlungsfeld, das die Politik erkannt habe.
Zum Abschluss spannte die Mitte Nidwalden den Bogen zur Praxis: Die Teilnehmenden konnten die Photovoltaikanlage auf dem Dach des Industriegebäudes, den Batteriespeicher sowie die E-Mobilitäts-Infrastruktur von Syenergy besichtigen. Die Führung machte die diskutierten Inhalte greifbar. (zvg/mu)

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