Manuel Kaufmann
6000 Zuschauer hocken Schulter an Schulter in der Arena. Gespannt beobachten sie, wie die Schwinger in das Sägemehl steigen, einander an der Hose packen und versuchen, den anderen auf den Rücken zu legen. Das Mitfiebern, Anfeuern und Feiern der Zuschauer verwandelt die Arena auf dem Brünig in einen regelrechten Hexenkessel.
«Dank dem lautstarken Publikum ist hier schon mancher Schwinger über sich hinaus gewachsen», sagt Christoph Imfeld. Als Mitglied des Organisationskomitees Brünig-Schwinget musste er letztes Jahr miterleben, wie das Schwingfest vor leeren Rängen durchgeführt werden musste. «Es war traurig: keine Emotionen, keine Stimmung», erinnert sich Imfeld. Trotzdem war man damals froh, dass es nicht wieder abgesagt werden musste, wie es 2020 der Fall war.
Veranstalter sind auf Zuschauer angewiesen
Umso mehr freut man sich, dass die Schwingfans am Sonntag, 31. Juli, wieder in den Genuss des 129 Jahre alten Schwingfests kommen. Die Rückkehr der Zuschauer ist finanziell essenziell für den Brünig-Schwinget. Imfeld sagt:
«Das Loch in der Kasse vom letzten Jahr konnte mit Gönnerbeiträgen und Reserven gestopft werden – über mehrere Jahre können wir das Fest ohne Zuschauer aber nicht finanzieren.»
Angst, dass man die 6000 verfügbaren Tickets nicht verkaufen könnte, hat beim OK niemand. Im Gegenteil: Die 5000 Sitzplätze gelangen jeweils gar nicht in den Vorverkauf, sondern sind im Besitz von treuen Schwingerfreunden. Diese können ihre Billette dann bis Anfang April beim OK kaufen. Für alle andern Interessierten stehen 1000 Stehplätze zur Verfügung, die am Morgen des Schwingets ab 5 Uhr an den beiden Tageskassen erstanden werden können. Erfahrungsgemäss seien auch diese Billette sehr beliebt und schnell weg.
Für alle Schwingfans, die ohne Billett dastehen, gibt es ein Trostpflaster. Das Schweizer Fernsehen SRF überträgt den Brünig-Schwinget auch dieses Jahr wieder live. Die Übertragung beginnt um 7.50 Uhr.
Eigene Stühle mitbringen verboten
Das Organisationskomitee weist darauf hin, dass dieses Jahr keine Stühle mehr toleriert werden auf der Stehplatztribüne. «Wir stellten in den letzten Jahren fest, dass immer mehr Zuschauerinnen und Zuschauer sich mit Stühlen auf den Stehplätzen eingerichtet haben und damit Platz für zwei eingenommen haben», erklärt Christoph Imfeld. Wer am 31. Juli einen Stuhl aufstelle, müsse mit einer Wegweisung rechnen.
Als Verschiebedatum nennen die Veranstalter den 7. August. «Darauf müssten wir bei starkem Gewitter ausweichen», so Imfeld. Durch die unmittelbare Nähe zum Wald würde die Gefahr von umkippenden Bäumen bestehen. Regen alleine sei kein Grund, das Fest zu verschieben – wie ein Blick ins Jahr 2019 belegt.
Vorbereitungen laufen
Mit dem Aufbau der Tribüne hat man diese Woche bereits begonnen. Nächste Woche werden dann noch Zelt und Festwirtschaft errichtet und eingerichtet. «Seit dem Umbau des Schwingplatzes im Jahr 2012 sind die Vorbereitungen weniger aufwendig, da wir gewisse Einrichtungen stehen lassen können», so Imfeld.
Alles könne man auf dem Brünig aber nicht stehen lassen. So bleibt den Helferinnen und Helfern nichts anderes übrig, als am Nationalfeiertag anzupacken und aufzuräumen. Es wäre zu riskant, das ganze Material den Witterungen ausgesetzt mehrere Tage stehen zu lassen.

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