Philipp Unterschütz
Bereits zum zweiten Mal musste das beliebte Feuerwerk in Flüelen pandemiebedingt abgesagt werden. Dies brachte die Fasnachtsorganisation Fidelitas auf die Idee, den Flüeler Fasnachtsfans etwas von den verpassten närrischen Tagen 2021, die ebenfalls abgesagt werden mussten, nachzuholen. Der Gedanke, doch noch etwas Fasnachtsstimmung nachzuholen, schlummerte im Vorstand seit der definitiven Absage im Flüeler Hafenstädtchen.
Am Samstag, 31. Juli, war es soweit, nach ausgiebigem Apéro startete Marco Käslin die Überraschungsroute der grossen Katzenmusik um 17 Uhr ab Rudenzpark Richtung Oberdorf. Zahlreiche Schaulustige beklatschten den gelungenen Anlass. Nach dem Motto «Flüelen im Dschungel» konzertierten Zebras, Elefanten, Giraffen, Leoparden und Stämme von Eingeborenen den Katzenmusikmarsch.
Eine kleine Delegation aus Altdorf unter der Regie von Ursi Gisler musste sich schnell an ein viel schnelleres Katzenmusiktempo gewöhnen. Marco Käslin zeigte sich rundum zufrieden und meinte: «in den letzten zwei, drei Jahren haben wir nie mehr eine so grosse Zahl an Katzenmusikanten begrüssen können. Einmal mehr zeigt es sich, wenn in Flüelen etwas organisiert wird, ist das Echo und die Dankbarkeit gross.»
Sommer-Fasnacht gab es in Flüelen übrigens bereits im Jahre 1966 und 1968 mit Guggenmusiktreffen im August. Ehrenmitglied Antonio Camenzind, der als Schlachtenbummler anwesend war, erinnert sich, dass die Polizei damals im heissen Sommer 1968 verbot, Masken zu tragen. Die geheim gehaltene Route wendete im Oberdorf, ging dann am Gemeindehaus und Urnerhof vorbei zur Ochsengasse und zur Grotto zum Anker.
Katzenmusikdirektor Marco Käslin hatte alle Hände voll zu tun, um die gesponsorten Trinkrunden zu verdanken, denn nach dem Anker gabs Bier, Wein, Schnaps und anderes bei Bobby Arnold in der Seestrasse und im Strandbad bei Benno und Karin Mauri. Überall genoss man die Stimmung und lobte die Qualität der Katzenmusik mit gelungenen Jutzern und Zwischenrufen in den Pausen.
Für Karin Shortiss-Zgraggen war die Teilnahme sofort klar. Als Häuptling motivierte sie auch ihr engeres Kollegenumfeld zum Mitmachen. Karin erbte das Fasnachtsgen vom «Mammä und Dädi Helen und Ferdi Zgraggen» (Ribiger). Die Tage der fünften Jahreszeit werden bei ihr immer rot markiert, um freie Tage zu reservieren. Sie bedauerte besonders, dass die Fasnacht in Flüelen abgesagt werden musste, speziell vermisste sie die beliebte Altersfasnacht.
Bei ausgelassener Stimmung erreichte man etwas verspätet aber noch vor dem grossen Regen den Festplatz Sportplatz Allmend. Im offenen Festzelt freute man sich bis tief in die Nacht hinein die fünfte Jahreszeit etwas nachzuholen und zu fachsimpeln.




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