Mit dem Selbstwahlstück «Funny Swing» will «The Crazy Gang» am kommenden Wochenende vom 29. und 30. März die Jury beeindrucken. Die verrückte Bande mit den Sonnenbrillen sind Rahel Baumann (Bariton), Leo Bucher (Trompete) und Severin Baumann (Posaune). Alle drei sind elf Jahre alt und besuchen die Musikschule Oberer Sempachersee. Am Montagnachmittag, bei der zweitletzten offiziellen Probe vor dem Luzerner Solo- und Ensemble-Wettbewerb, LSEW, vermögen sie Musiklehrerin Belinda O’Reilly mit ihrer Darbietung noch nicht restlos zu überzeugen. Auf die Frage der Dozentin: «Worauf müsst ihr beim Spielen achten?», antwortet das Trio: «Dynamik!»
Dann setzen sie noch einmal an und präsentieren sich dieses Mal selbstsicherer und lauter. «So ist es gut. Vorhin habt ihr wie kleine Mäuschen gespielt, viel zu leise», lobt O’Reilly ihre Gruppe nun. Das Stück sei sehr anspruchsvoll, insbesondere der Mittelteil, weshalb die Crazy Gang am Wettbewerb nur den ersten und dritten Satz vortrage, sagt die Lehrerin. Die grosse Stunde des Trios schlägt am kommenden Samstag um 13.20 Uhr im Wettspiellokal Blau im Zentrum Grünau in Neuenkirch.
Eine völlig neue Erfahrung erleben sie dabei nicht. In derselben Formation spielten sie im Februar am Solisten-, Duett- und Ensemblewettbewerb SWO in Oberkirch. Als Ensemble belegten sie den zweiten Rang, im Einzel wurde Rahel Erste, Severin Zweiter und Leo Dritter. «Die sind schon ziemlich gut. Aber am LSEW ist die Konkurrenz grösser, weil es sich um einen kantonalen Wettbewerb handelt. Sie dürften im Hinblick auf ihren Vortrag deshalb auch etwas angespannt sein», sagt O’Reilly.
Musik-Hochburg mit drei Blasmusikvereinen
Organisator des 32. LSEW ist das Blasorchester Neuenkirch. Bereits im Jahr 2013 wurde der Wettbewerb in dieser Gemeinde durchgeführt, damals von der Brass Band Harmonie Neuenkirch. «Mit dem Zentrum Grünau verfügt unsere Gemeinde seit 2022 über erstklassige Musikräume. Zudem sind hier drei gute Blasmusikvereine ansässig. Neuenkirch darf also schon als kleine Musikhochburg bezeichnet werden und ist daher bestens gerüstet», führt Michel König, OK-Präsident des LSEW sowie Präsident und Perkussionist des Blasorchesters, aus.
Der Start erfolgt am Samstagmorgen um 8.30 Uhr im Zentrum Grünau. Insgesamt präsentieren über 300 junge Musikerinnen und Musiker aus dem ganzen Kanton Luzern solo oder im Ensemble einer Fachjury ihr Selbstwahlstück. Es werden mehr als 220 Auftritte in den Kategorien Holz, Blech und Perkussion geboten. Der Wettbewerb wird in fünf Vortragsräumen durchgeführt. König rechnet mit bis zu 1000 Besucherinnen und Besuchern pro Tag. Der Eintrittspreis beträgt 12 Franken für einen Tag, 20 Franken für zwei Tage. Die Parkplatzanzahl ist beschränkt, weshalb die Organisatoren raten, den ÖV zu nutzen.
Zwei Konzerte von hochkarätigen Brass Bands
Nach den Vorträgen spielen jeweils um 16 Uhr Spitzenbands. «Der Samstag wird mit einem Kurzkonzert der BML Talents abgerundet, und am Sonntag freue ich mich auf die Brassband Bürgermusik Luzern. Das werden sicher zwei Highlights, auch für den Nachwuchs», ist OK-Präsident König überzeugt.
Neben den musikalischen Darbietungen bietet der LSEW im Bistro Einblicke in Themen, die indirekt mit Musik verbunden sind. So gibt Musik Hug einen Einblick in den Beruf des Instrumentenreparateurs. Spannend sind auch die gesundheitlichen Aspekte, die Michel König, der bei der Suva tätig ist, wichtig sind. «Es wird ein Workshop zum Thema ‹Wie schütze ich mein Gehör› durchgeführt. Dabei kann man zu einem vergünstigten Preis einen persönlichen Gehörschutz anfertigen lassen. Zudem ist die Lungenliga präsent, bei der Messungen möglich sind.»
Und die Crazy Gang? Die haben noch eine Probe mit Belinda O’Reilly und eine private Stunde mit Severins Vater Reto Baumann, der Posaune im Blasorchester Neuenkirch spielt und im OK ist. «Der nimmt uns ran», sagt Severin, dem beim Spielen immer wieder die Sonnenbrille auf die Nase rutscht. O'Reilly lacht: «Die sind schon crazy, aber wenn sie als Trio zusammenbleiben, entwickeln sie sich gut.»

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