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Industrie

Metall Zug schreibt rote Zahlen – doch der Tech Cluster macht Hoffnung

Metall Zug vermeldet einen Umsatzrückgang und einen Einbruch beim EBIT – auch wegen der Weltlage. Anlass zur Hoffnung geben demgegenüber Entwicklungen vor Ort.
Der Hauptsitz von Metall Zug an der Grienbachstrasse 11 in Zug.
Bild: Keystone/Urs Flüeler (19. 3. 2026)

Die Metall Zug hat im Geschäftsjahr 2025 das schwierige Marktumfeld und die geopolitischen Unsicherheiten zu spüren bekommen – und gleichzeitig zentrale strategische Projekte vorangetrieben, wie das Unternehmen mit der Veröffentlichung seines Geschäftsberichts mitteilt.

Der Industriekonzern mit Sitz in Zug meldet einen Umsatzrückgang auf 194,6 Millionen Franken nach 283,4 Millionen im Vorjahr. Bereinigt fiel das Minus mit 0,8 Prozent jedoch moderat aus, so das Unternehmen in seiner Mitteilung. Deutlich stärker zeigt sich der Einbruch beim EBIT: Dieser lag mit minus 17,5 Millionen Franken deutlich unter dem Vorjahreswert von 58 Millionen Franken.

Zölle hatten negativen Effekt

Belastend wirkten 2025 die neuen US-Zölle und der schwache Dollar. «Als Folge davon entwickelte sich das weltweite Investitionsumfeld zurückhaltend, und die konsumnahe Nachfrage reagierte sehr verhalten auf die neuen Realitäten», schreibt das Unternehmen. Gerade im wichtigen US-Markt hätten die Entwicklungen zu verhaltenem Auftragseingang und Margendruck geführt.

Im Kerngeschäft Medizintechnik musste die Haag-Streit, die zur Metall Zug gehört, einen Ergebnisrückgang hinnehmen. Zwar stiessen neue Produkte auf Resonanz, «doch Einmaleffekte und eine geringere Auslastung drückten auf die Profitabilität», so die Zuger Firma.

ETH kommt nach Zug

Strategisch will der Konzern den Blick trotzdem nach vorne richten – insbesondere auf den Tech Cluster Zug. Mit SHL Medical wird 2026 erstmals ein externer Industriebetrieb seinen Hauptsitz und eine Produktionsstätte auf dem Areal eröffnen. Gleichzeitig steht mit der geplanten Ansiedlung einer Learning Factory der ETH Zürich ein weiterer Meilenstein in Aussicht, der Forschung, Lehre und Industrie enger verzahnen könnte.

Der Zuger Regierungsrat und die ETH haben für eine Präsenz der ETH in Zug auf dem Tech Cluster Areal grünes Licht gegeben. Das Projekt steht jedoch noch unter dem Vorbehalt der Bewilligung durch den Kantonsrat sowie durch den Grossen Gemeinderat.

Zur Finanzierung der nächsten Entwicklungsschritte des Tech Cluster Zug sei ein Konsortialkredit über 220 Millionen Franken abgeschlossen, ergänzt durch eine Erhöhungsoption von 50 Millionen Franken, teilt das Unternehmen mit.

Trotz roter Zahlen sieht sich Metall Zug damit gut positioniert. Trotzdem: Unsicherheiten bestünden angesichts der geopolitischen Lage fort. Für 2025 beantragt der Verwaltungsrat deshalb den Verzicht auf eine Dividende. «Ein Signal dafür, dass Stabilisierung vor Ausschüttung geht», schreibt das Unternehmen. (red)

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