Der Zuger Stadtrat hat sich mit der im März 2024 eingereichten Mitte-Motion «Wiedereinführung der SBB-Tageskarte für die Zuger Bevölkerung» auseinandergesetzt. Der Vorstoss verlangt die Wiedereinführung der SBB-Tageskarte, welche durch die Einwohnergemeinden bezogen werden konnte. Dies, weil es insbesondere für die ältere Generation in Zug wichtig sei, dass das Angebot der Spartageskarte weiterhin zur Verfügung stehe – und zwar nicht nur digital.
Die Gemeinde-Tageskarte wird seit Ende 2023 von der SBB nicht mehr angeboten. «Die SBB sind von den althergebrachten Distributionskanälen abgewichen, womit die Spartageskarte Gemeinde an Bedeutung verloren hat», schreibt der Stadtrat in seiner Antwort auf die Motion . Eine Begründung, weshalb das Angebot nicht mehr zur Verfügung gestellt wird, habe es seitens der SBB nie gegeben.
«Auf Intervention des Städteverbandes haben die SBB ein Alternativprodukt für die Gemeinden lanciert», so der Stadtrat weiter. Die SBB würden heute selbst eine Spartageskarte für 29 Franken mit Halbtax oder 52 Franken ohne Halbtax anbieten. Diese seien über die SBB-App oder auf www.sbb.ch bestellbar.
Die Gemeindepräsidentenkonferenz der Zuger Gemeinden habe entschieden, die Nachfolgelösung nicht in den Einwohnergemeinden einzusetzen. Dies, weil der neue Prozess mit deutlichem Mehraufwand verbunden sei und der Bevölkerung keinen Mehrwert biete.
«Intensiv mit Alternativangebot befasst»
Der Stadtrat fährt in seiner Antwort fort: «Alle elf Zuger Gemeinden haben sich intensiv mit dem Alternativangebot befasst. Es wurde ein Treffen mit Vertretern der SBB, dem Städteverband, diversen Gemeindepräsidenten sowie Vertretern aus der Stadtverwaltung organisiert.» Bei der Besprechung sei klar geworden, dass die SBB, der Schweizerische Städteverband und Alliance SwissPass , die Trägerschaft der Nachfolgelösung, kein Angebot einer neuen Spartageskarte planen.
Die Zuger Gemeinden würden weiterhin an ihrer Entscheidung festhalten, die Nachfolgelösung der SBB nicht einzusetzen. «Als wesentlicher Haupteinwand gegen die Nachfolgelösung wurde dabei der nicht vollständig digitalisierte Prozess eingebracht – sowohl bei der Bestellung als auch bei der Abgabe der Tickets», schreibt der Stadtrat in seiner Antwort.
Aufgrund des Umstands, dass die Gemeinde-Tageskarte personalisiert sei, müssten die Angaben mit einem amtlichen Ausweis abgestimmt werden. Da das Angebot auch auswärtigen Personen zur Verfügung stehe, könne nicht in jedem Fall ein Abgleich mit den Einwohnerkontrolldaten vorgenommen werden. Entsprechend liege der Schluss nahe, dass künftig Buchungen nur vor Ort am Schalter möglich sein werden. Ein kurzes Abholen und Bezahlen der Tageskarte am Schalter wie bisher werde nicht mehr möglich sein.
«Ältere Personen sind heute durchaus in der Lage, sich die SBB-Tageskarte digital zu kaufen. Die Argumentation, dass dies zunehmend schwierig sei, ist nicht begründet», ist sich der Stadtrat sicher. Daher beantragt er dem Grossen Gemeinderat der Stadt Zug (GGR), die Motion nicht erheblich zu erklären und als erledigt von der Geschäftskontrolle abzuschreiben. Die nächste GGR-Sitzung findet am 25. Februar statt.

Kommentare
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien, die Kommentare werden von uns moderiert.
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben.