Im Kanton Zürich dürfen seit Anfang Jahr keine Rottweilerhunde mehr gekauft werden, weil Tiere dieser Rasse Kinder zum Teil schwer verletzt haben. Das Verbot hätte dazu führen können, dass Liebhaber von verbotenen Kampfhunden in Kantone wie Luzern, wo keine Rasselisten geführt werden, zügeln. Diese Befürchtung äusserte SP-Kantonsrat Peter Fässler Ende Januar in einer Anfrage.
Nun hat die Regierung ihre Stellungnahme wie zu einem Vorstoss von Jasmin Ursprung (siehe Box) veröffentlicht – und sie könnte den seit 2014 im Kantonsrat politisierenden Fässler beruhigen. Laut dem für den Vorstoss zuständigen Gesundheits- und Sozialdepartement ist nämlich «eine konkrete Verschiebung von bestimmten Rassen aus anderen Kantonen in den Kanton Luzern nicht feststellbar». Wenn bestimmte Rassen zugenommen hätten, dürfte die Zunahme «der allgemein steigenden Hundepopulation und der veränderten Beliebtheit von Rassen geschuldet sein».
Steuer für Herdenschutzhunde soll bleiben
Geht es nach SVP-Kantonsrätin Jasmin Ursprung, sollen Besitzerinnen und Besitzer von Herdenschutzhunden von der Steuer befreit werden. Das verlangte die Udligenswilerin vor einem Jahr in einer Motion. Nun, nach zweimaliger Beratung im Kantonsrat und mehrfacher Diskussion in der zuständigen Gesundheitskommission, liegt die Antwort der Regierung vor: Pro Schutzhund vor dem Wolf soll weiterhin eine von den Gemeinden erhobene, reduzierte Steuer von jährlich 40 Franken fällig werden. Im Kanton Luzern sind derzeit 19 Herdenschutzhunde registriert.
Eigentlich hätte die breit abgestützte Motion bereits im vergangenen September erledigt werden sollen. Der Kantonsrat stimmte jedoch dem Antrag zu, zuerst die Anpassung der nationalen Jagdverordnung abzuwarten und eine Steuerbefreiung nur bei einer Schlechterstellung auf Bundesebene zuzulassen. Laut Regierung ist die Höhe der finanziellen Unterstützung für Herdenschutzhunde aber «grundsätzlich vergleichbar geblieben». (nus)
In den letzten 15 Jahren, heisst es weiter, habe der Hundebestand im Kanton um knapp 4000 Tiere zugenommen. Wie viele Tiere insgesamt im Kanton Luzern leben, schreibt das Departement nicht. Laut Website sind es «über 21’000», gemäss der Statistik von www.identitas.ch mit Stand April 22’370.
Zahl der Hundebisse stagniert erstmals seit Jahren
Peter Fässler wollte auch wissen, ob sich die im Kanton Luzern obligatorische Hundeausbildung mit dem Erwerb des Nationalen Hundehalter-Brevets (NHB) in den Statistiken von Bissen oder übermässigem Aggressionsverhalten bemerkbar mache. Das verneint das Gesundheits- und Sozialdepartement. Gesicherte Aussagen zu einem möglichen Erfolg seien «frühestens in drei bis vier Jahren» möglich. Der Grund ist einfach: Das Obligatorium zur Hundeausbildung besteht seit Januar 2023, und betroffene Personen haben eineinhalb Jahre Zeit, um mit ihrem Hund die Ausbildung und Prüfung zu absolvieren.
Eine Auffälligkeit in der Statistik nennt das Departement aber doch: Die zwischen 2018 und 2023 jährlich gestiegene Zahl von Meldungen zu Hundebissen und übermässig aggressiven Hunden habe vom vorletzten auf das letzte Jahr mit je rund 500 Meldungen erstmals stagniert.
Bisher haben im Kanton Luzern rund 500 Mensch-Hund-Teams die Kurse und Prüfungen besucht, vor der Einführung des Obligatoriums waren es jährlich etwa 20. Die Regierung zeigt sich «überzeugt, mit der Absolvierung der praktischen Prüfung zur Erlangung des NHB das richtige Mittel gewählt zu haben». Einen Bedarf, die gesetzlichen Regeln zur Haltung von Hunden anzupassen, sehe man deshalb nicht.

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