Sarnen

Gemalte Linien und gefilmte Plätze begegnen sich in der Galerie Hofmatt

Lines and Places – Linien und Plätze: In der Ausstellung in der Galerie Hofmatt von Marie-Cathérine Lienert begegnen sich gemalte Linien und gefilmte Plätze, farbige Raster und vibrierende Urbanität.

In der Galerie Hofmatt zeigt Marie-Cathérine Lienert zwei Serien, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben, wie es in der Ankündigung zur neuen Ausstellung heisst. Zum einen die «Hidden Places», auf Holz gemalte Bilder, deren Motive etwas unklar oder besser gesagt: unzugänglich bleiben. Zwischen den flächigen Bildern und den Betrachtenden liegen farbige Netze, ebenfalls auf den Bildträger gemalt. Einige sehr engmaschig, andere eher lose geknüpft, verschleiern, verhüllen, verbergen diese Strukturen das Bildmotiv. Oder sind sie, diese Netze, diese Raster, das eigentliche Sujet? Die intensive, aber ruhige Farbigkeit der Netze verstärkt diesen Eindruck: Der Blick folgt dem Spiel der Farbtöne und verfängt sich in den aparten Maschen. Verbildlicht die Künstlerin in diesen Netzen die Ideenlinien und Gedankengänge, die die Entstehung ihrer Werke anregen, begleiten? Markieren die Ströme einer inneren Welt oder bilden sie Vorhänge, die viel erahnen lassen, aber doch wenig enthüllen? Fragen, die in der Ankündigung aufgeworfen werden, die die Besuchenden ab Ende Oktober für sich beantworten können.

Die Strassen von New York als Film

Im Keller ist die Video-Arbeit «Street Mapping» zu sehen, die während eines Aufenthalts im New-York-Atelier der Zentralschweiz entstand. Die Künstlerin hat gemäss Mitteilung dafür die Strassen New Yorks jeweils von Westen nach Osten durchwandert. Mit dabei eine unauffällige kleine Videokamera, mit der Lienert Häuser und Menschen, Fahrzeuge und Geschäfte aufgenommen hat. Zwölf dieser Strassenfilme hat sie anschliessend bearbeitet und zu einem Videoprojekt zusammengeführt, das Momentaufnahme einer Stadt, Reflexion des Flanierens, aber auch eine ganz persönliche Landkarte darstellt. Das filmische Flanieren und die Gemälde ergeben gemeinsam Netzwerke des Gesehenen und Gedachten, des Erlebten, des Realen und des Imaginären.

Im Panoramaraum schliesslich nimmt Marie-Cathérine Lienert Bezug auf das vorhandene Wandbild aus dem 17. Jahrhundert. Seit 2024 läuft die Sammlung und Sicherung der aktuellen Orts- und Flurnamen im Kanton Obwalden. Es ist dies ein Projekt des Vereins Kulturlandschaft Obwalden, ein Verein, den die Künstlerin mitbegründet hat und bis heute wesentlich prägt. Weisse Fähnchen mit Flurnamen markieren Orte auf dem Wandbild. Eine Erklärung der Herkunft der Flurnamen läuft im Hintergrund. (rwi)

Die Ausstellung dauert vom Samstag, 24. Oktober, bis zum Sonntag, 22. November. Die Vernissage ist am Samstag, 24. Oktober, von 17 bis 19 Uhr.

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