Bevölkerungsstatistik

Luzerns Haushalte schrumpfen weiter: Mehr als jeder dritte Luzerner lebt allein oder zu zweit

Kleine Haushalte sind im Kanton Luzern weit verbreitet. Mehr als zwei Drittel aller Privathaushalte bestehen aus höchstens zwei Personen, während grössere Haushalte deutlich seltener geworden sind. Gleichzeitig zeigen sich zwischen den Gemeinden markante Unterschiede bei der Haushaltsgrösse.

Luzernerinnen und Luzerner leben immer häufiger allein oder zu zweit. Das zeigt der neue Bericht von Lustat Statistik Luzern zu den Haushaltsstrukturen 2025. Die Unterschiede zwischen Stadt und Land sind dabei markant.

Im Jahr 2025 wurden im Kanton Luzern 195'267 Privathaushalte gezählt, 1,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Auffällig: Kleine Haushalte waren dabei besonders häufig. In gut jedem dritten Haushalt lebte nur eine Person (35,2 Prozent), fast ebenso häufig bestand er aus zwei Personen (34,2 Prozent). «Damit bestanden mehr als zwei Drittel aller Privathaushalte aus höchstens zwei Personen», wie es in der Mitteilung weiter heisst. Haushalte mit drei (12 Prozent) oder vier Personen (12,8 Prozent) sind deutlich seltener. Nur 5,8 Prozent aller Haushalte zählten fünf oder mehr Mitglieder.

Die aktuellen Zahlen sind Teil einer langfristigen Entwicklung. Zwischen 1970 und 2000 hat sich gemäss Lustat der Anteil der 1-Personen-Haushalte mehr als verdoppelt – von 15,3 auf 33,4 Prozent. Im gleichen Zeitraum sank der Anteil der grossen Haushalte (fünf oder mehr Personen) von 24,7 auf 5,8 Prozent. Diese Verschiebung hat die durchschnittliche Haushaltsgrösse deutlich verkleinert: 1970 lebten durchschnittlich 3,43 Personen zusammen, 2025 sind es nur noch 2,22.

Grosse Familien leben eher auf dem Land

Die Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Gemeinden sind markant. Die Stadt Luzern verzeichnete mit 45,5 Prozent den höchsten Anteil an Ein-Personen-Haushalten, gefolgt von Vitznau (40,9 Prozent) und Kriens (37,8 Prozent). Auch Horw und Emmen (je 37,7 Prozent) sowie Flühli (36,9%) weisen einen hohen Anteil an Alleinwohnenden auf.

In den umgebenden ländlichen Regionen wie Schlierbach (21,5 Prozent), Rain (22,1 Prozent) und Hohenrain (24,5 Prozent) lebt dagegen nur gut jede fünfte Person allein. Die Unterschiede zwischen den Luzerner Gemeinden seien damit beträchtlich: In der Stadt Luzern ist der Anteil der 1-Personen-Haushalte mehr als doppelt so hoch wie in Schlierbach.

Bei den Haushalten mit vier oder mehr Personen zeige sich teilweise ein umgekehrtes Bild: Den höchsten Anteil wies 2025 Schlierbach auf (29,8 Prozent), gefolgt von Buttisholz (27,7 Prozent) und Rain (22,1 Prozent). In Vitznau, der Stadt Luzern und Weggis dagegen sind grosse Haushalte mit rund 12 Prozent die Ausnahme. Gemeinden mit hohen Anteilen an 1-Personen-Haushalten weisen damit vielfach tiefere Anteile an Haushalten mit vier oder mehr Personen auf.

Mehr zum Thema:

Kommentare (0)