Luzern

Vom Kinderheim zum Butler in Frankreich: Stadtoriginal Angelo Bühler gestorben

Der «Stadtspaziergänger» wurde 75 Jahre alt. Die Güüggali-Zunft würdigt ihn als «stets freundlich und hilfsbereit» und blickt auf sein abenteuerliches Leben zurück, das nicht immer einfach war.
«Stadtspaziergänger» Angelo Bühler ist gestorben.
Bild: zvg

Die bunte Welt der Luzerner Stadtoriginale ist um eine Persönlichkeit ärmer. Angelo Bühler ist im Alter von 75 Jahren gestorben, wie die Güüggali-Zunft Luzern mitteilt. «Alle, die Angelo kannten, werden ihn sehr vermissen», schreibt die Zunft über den Luzerner, der als «Stadtspaziergänger» bekannt und früher stets mit seinem Schäferhund Pippo unterwegs war. Er sei am 22. Juni «überraschend verstorben».

Angelo Bühlers Jugend war wenig erfreulich. Zunächst lebte er im Kinderheim St. Karli, «danach musste er ins Welschland», um dort zum Metzger ausgebildet zu werden. Nach dem Sprung über die Grenze ging sein Leben abenteuerlich weiter. Die Güüggali-Zunft weiss, dass Angelo Bühler in Frankreich zunächst bei einer« wohlhabenden Dame» als Butler arbeitete, und in dieser Funktion auch in den Genuss kam, als Chauffeur einen Rolls Royce zu fahren, «jedoch ohne einen Fahrausweis zu besitzen». Es folgte die Arbeit als Koch auf einem Frachtschiff, bevor er 1979 zurück in die Schweiz kam.

Hier verdiente er sich mit Gelegenheitsarbeiten ein wenig Geld, doch psychische Probleme und Depressionen führten dazu, dass ihm die Arbeit immer schwerer fiel. Dennoch war er «stets freundlich und hilfsbereit», würdigt die Güüggali-Zunft ihr Mitglied. Auch an den Anlässen der Zunft wird Angelo Bühler wohl künftig eine Lücke hinterlassen: Diese habe er stets gerne besucht und dort mit lustigen Ansprachen die anderen Originale unterhalten. (sig)

Angelo Bühler bei der Weihnachtsfeier der Güüggali-Zunft im Jahr 2007.
Bild: Manuela Jans-Koch/Luzerner Zeitung
Hier an der Weihnachtsfeier 2003. Angelo Bühler besuchte die Anlässe gerne und unterhielt die Anwesenden mit seinen Ansprachen.
Bild: Eveline Bachmann/Luzerner Zeitung
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