Stadt Luzern

Luzerner Stadtbibliothek bringt die Bücher per «Bibliobus» in die Quartiere

Die Stadtbibliothek kommt näher zu den Leuten: Der Bibliobus ist dabei nicht nur ein Bücherregal, sondern ein sozialer Treffpunkt.

«Wir wollen von einer Bibliothek für die Menschen zu einer Bibliothek von Menschen werden», erklärt Tobias Schelling, stellvertretender Leiter der Stadtbibliothek Luzern. Das Mittel dazu heisst Bibliobus. Dabei handelt es sich um eine mobile Bibliothek, die über 1000 Bücher, CDs und sonstige Dienstleistungen bietet und zum sozialen Treffpunkt für die Luzerner Quartiere werden soll.

Kinder posieren vor dem Bibliobus am Donnerstag beim Säli-Schulhaus.
Bild: Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 27. 4. 2023) 

Der Bibliobus wird an sechs Standorten jeweils für drei Wochen Halt machen. Jeder Standort wird dabei bis zu den Wintermonaten, in denen der Bibliobus pausieren wird, insgesamt achtmal besucht.

Die Distanz macht’s aus

Der Luzerner Stadtpräsident Beat Züsli sagt: «Der Bibliobus ist ein erstes derartiges Angebot in der Deutschschweiz.» Mit dem mobilen Bus wolle die Stadt die Bibliothek auch in die weiter entfernten Quartiere bringen. Untersuchungen würden nämlich zeigen: Je näher man von der Stadtbibliothek wohnt, desto stärker wird sie benutzt.

Stadtpräsident Beat Züsli anlässlich der Präsentation des Bibliobusses.
Bild: Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 27. 4. 2023) 

Tobias Schelling – im Moment noch stellvertretender Leiter der Stadtbibliothek – wird ab 2024 die Leitung ganz übernehmen. Er erwähnt ebenfalls die geografische Distanz der Luzerner Quartiere zum Hauptstandort im Bourbaki. Diese könne durch den Bibliobus überwunden werden. Viele Menschen würden zudem gar nicht wissen, was die Stadtbibliothek ist und wozu es diese braucht. Man wolle daher ein stärkeres Bewusstsein in der Bevölkerung schaffen.

Er hat das Projekt vorangetrieben: Tobias Schelling, stellvertretender Leiter der Stadtbibliothek und ab 2024 deren Leiter.
Bild: Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 27. 4. 2023) 

Leute kommen, weil es warm ist

Zudem ist es Schelling wichtig, den soziales Aspekt des Projekts hervorzuheben:

«Ich glaube, dass durch die Digitalisierung solche Begegnungsorte, wo man sich physisch sieht und austauschen kann, wieder wichtiger werden.»

Tobias Schelling glaubt, dass die soziale Bedeutung von öffentlichen Orten unterschätzt wird. «Wir sehen das sehr stark in unserem Hauptsitz im Bourbaki, wo die Leute im Winter hinkommen, damit sie warm haben.»

So sieht der Bibliobus von innen aus. 
Bild: Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 27. 4. 2023)

Allein, aber nicht einsam

Für viele Leute sei die Bibliothek zudem ein Ort, wo sie zwar alleine, aber nicht unbedingt einsam sind. «Genau das versuchen wir jetzt mit diesem Projekt auch zu machen. Wir wollen einen Ort im Quartier schaffen, wo die Leute zusammenkommen und sich austauschen können.» Die grosse Qualität des Bibliobusses ist Schelling zufolge, dass man nicht nur ein fixes Angebot wie in der Stadtbibliothek hat, sondern wirklich auf die vorhandenen Bedürfnisse eingehen kann.

Von der Behauptung «das Buch stirbt aus» hält Schelling übrigens nicht viel: «Wir verfolgen zwar die digitale Schiene konstant, aber genauso verfolgen wir die analoge Schiene.» So gesehen habe sich das Aufgabengebiet der Stadtbibliothek durch die Digitalisierung eher erweitert, als dass es eingeschränkt worden wäre. «Das macht unsere Aufgabe vielfältiger.»

Fahrplan des Bibliobusses

Das sind die ersten Termine 2023:
Dienstag, 2. Mai, 14 – 17 Uhr: Schulhaus Säli
Mittwoch, 3. Mai, 14 – 17 Uhr: Schulhaus Fluhmühle
Dienstag, 9. Mai, 14 – 17 Uhr: Dammgärtli (Baselstrasse)
Mittwoch, 10. Mai, 14 – 17 Uhr: Dorfplatz Geissenstein
Dienstag, 16. Mai, 14 – 17 Uhr: Würzenbach, Brüelwiese
Mittwoch, 17. Mai, 14 – 17 Uhr: Littau Dorf, Fanghöfli

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