Social Media

Luzerner Polizei erzielt mit Warn-Videos gigantische Reichweiten

Autofahren in Flip-Flops, Restalkohol, CH-Kleber im Ausland: Solche Themen behandelt die Luzerner Polizei in Videos, die sie auf Social Media zeigt. Hunderttausende schauen sich diese Clips an.

In einem ihrer jüngsten Videos warnt die Luzerner Polizei vor dem Autofahren in Flip-Flops. «Gerade im heissen Sommer ist die Verlockung dazu gross, in Flip-Flops Auto zu fahren. Das ist in der Schweiz nicht ausdrücklich verboten», sagte Polizeisprecher Urs Wigger zunächst. «Aber: Nicht alles, was nicht verboten ist, ist gut und sinnvoll.» Denn so bestehe die Gefahr, dass man von den Pedalen abrutsche oder mit den Flip-Flops in diesen hängen bleibe.

Komme es deswegen zu einem Unfall, könne «das strafrechtliche Folgen haben wegen Nichtbeherrschens des Fahrzeugs und auch zivilrechtliche, weil dann eine Versicherung Regress nehmen und Leistungen kürzen kann». Darum seien auch im Sommer geschlossene und feste Schuhe sicher die bessere Variante, sagt Wigger. «In diesen kann man die Pedale gut und präzise bedienen, und man geht dem Risiko aus dem Weg.»

Auf ihren Social-Media-Kanälen gibt die Luzerner Polizei regelmässig aktuelle Tipps für mehr Sicherheit im Strassenverkehr. Während der Festivalsaison warnte sie etwa vor Autofahrten mit Restalkohol am nächsten Morgen. Zu Ferienbeginn mahnte sie, dass man im Ausland am Fahrzeug einen CH-Kleber braucht. Und in der Juli-Hitze filmte Polizeisprecher Yanik Probst ein Experiment: Er platzierte an einem heissen Tag ein Thermometer in einem Auto. Innerhalb einer halben Stunde stieg die Temperatur im Fahrzeug auf 60 Grad. Eine «tödliche Falle» für Kinder oder Tiere, die man deshalb nicht im Auto zurücklassen dürfe. Und als das Feuerverbot im Kanton Luzern ausgesprochen wurde, hat die Polizei zusammen mit der Feuerwehr in einem Video demonstriert, wie aus einem Funken schnell ein Waldbrand entstehen kann.

Videos holen hunderttausende Klicks

Mit solchen Präventionsvideos erreicht die Luzerner Polizei seit Jahren ein grosses Publikum. Der erwähnte Flip-Flop-Clip zum Beispiel erzielte auf TikTok über 174'000 Views. Richtig abgeräumt hat der Beitrag zum CH-Kleber im Ausland, den fast 280'000 Personen gesehen haben. Auch das Thermometer im Auto mit 100'000 Klicks oder der Waldbrand-Clip mit 66'000 Zuschauern sahnten richtig ab. Vielbeachtet war auf TikTok auch ein Warn-Video über die Gefahren durch Ablenkung am Steuer, das 365'000 Views holte. Und sogar über eine Million Mal angesehen wurde ein Video über verbotene Waffen, das somit der Rekord-Clip sein dürfte.

Wie Influencer frohlocken auch die Social-Media-Verantwortlichen bei der Luzerner Polizei über die hohen Reichweiten. «Sie sind für die Luzerner Polizei immer sehr erfreulich, weil dies für uns die Bestätigung ist, dass die Inhalte für die Menschen wichtig sind», sagt Yanik Probst auf Anfrage. Themen wie zum Beispiel der CH-Kleber würden viele Autofahrerinnen und Autofahrer betreffen und deshalb breites Interesse wecken.

Auf fünf Plattformen präsent, aber nicht mehr auf X

Die Luzerner Polizei nutze Social Media vor allem, «um direkt und niederschwellig mit der Bevölkerung zu kommunizieren und für Fragen zur Verfügung zu stehen». Einer der Schwerpunkte liege auf der Präventionsarbeit: «Mit Videos wollen wir über Gefahren aufklären und die Bevölkerung sensibilisieren. Gleichzeitig geben wir Einblicke in den Polizeialltag, zeigen die Menschen hinter der Uniform und nutzen die Kanäle bei Bedarf für die Notfallkommunikation.»

Die Form Video eigne sich besonders gut, «weil sie zeitgemäss ist und von allen Zielgruppen gut angenommen wird». Über TikTok mit 22'500 Followern und Instagram mit 26'000 Followern erreiche man dabei eher jüngere Nutzerinnen und Nutzer, während Facebook (19'400) und YouTube mit 900 Abonnenten eher ein älteres und breiteres Publikum ansprechen würden. Auf LinkedIn ist die Luzerner Polizei vor allem, «um uns als Arbeitgeberin zu präsentieren und potenzielle Bewerberinnen und Bewerber auf den Polizeiberuf aufmerksam zu machen». Auf X, der Plattform von Elon Musk, ist die Luzerner Polizei übrigens seit Herbst 2024 nicht mehr präsent, nachdem dort Resonanz und Interaktion stark gesunken waren.

Polizeisprecher Yanik Probst in einem Warn-Video über die Gefahr von Waldbränden.
Bild: Screenshot TikTiok

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