Fussballchaoten

Fangewalt-Initiative unterliegt – Luzerner Bevölkerung entscheidet sich für milderen Gegenentwurf

Am Sonntag haben die Luzernerinnen und Luzerner darüber abgestimmt, ob mehr gegen Fangewalt gemacht werden muss und wie hart allfällige Massnahmen sein sollen.

In der Frage, was Fussballchaoten diszipliniert, hat sich am Sonntag der Gegenvorschlag der Regierung, der auf dem bisherigen «Luzerner Weg» von Sicherheitsdirektorin Ylfete Fanaj (SP) basiert, gegen die harte Initiative «Gegen Fangewalt» durchgesetzt. 74,76 Prozent der Luzernerinnen und Luzerner stimmten für den Gegenvorschlag, 52,82  Prozent für die Initiative. Bei der Stichfrage setzte sich der Gegenvorschlag mit 58,84 zu 41,16 Prozent durch. Die Stimmbeteiligung betrug 48,73 Prozent.

Neu wird die Bewilligungspflicht für FCL-Spiele im Gesetz verankert – mit der Vorgabe, dass Risikospiele zwingend eine Einzelbewilligung brauchen, damit individuelle Sicherheitsmassnahmen getroffen werden können. Um überhaupt eine Bewilligung für ein Spiel zu bekommen, muss der FCL Präventionspflichten nachkommen. Dazu gehören ein Austausch mit allen beteiligten Akteuren, die Videoüberwachung im Stadion, bauliche Sicherheitsmassnahmen sowie Konzepte für die An- und Rückreise der Gästefans. Bei Risikospielen werden auch der Einlass ins Stadion sowie die vorgesehene Fanroute der FCL-Anhänger videoüberwacht.

Hinter dem Gegenvorschlag standen nebst der Regierung selbst auch SVP, FDP, GLP, Grüne und SP. Der FCL selbst fand eine zusätzliche gesetzliche Regelung zwar unnötig, bezeichnete den Gegenvorschlag im Zweifel aber dennoch als «die bessere Lösung». Für ihre eigens lancierte Initiative kämpfte die Mitte allein.

Diese hatte zum Ziel, dass sich alle Besucherinnen und Besucher eines Fussballspiels des FC Luzern beim Einlass einer Identitätskontrolle unterziehen müssen. Der Klub hätte die ID-Pflicht auf die Benutzung von Fantransporten ausweiten können. Die An- und Abreise sowie den Stadioneinlass der Gästefans hätte der FCL vor jedem Spiel mit der Luzerner Polizei und manchmal auch mit den Gästeklubs regeln müssen. Bei Gewaltvorfällen wäre das nächste Spiel gegen denselben Gegner automatisch nur unter strengeren Auflagen bewilligt worden.

+++ Update folgt +++

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