Knapp 200'000 US-Amerikaner reisten letztes Jahr nach Luzern und verbrachten hier mindestens eine Nacht. Die USA ist hinter der Schweiz das zweitwichtigste Herkunftsland für den Luzerner Tourismus. Das ist ja nicht neu.
Weniger bekannt ist, wer sich am anderen Ende der Statistik befindet. Das Schlusslicht war gemäss Zahlen des Bundes Weissrussland: Von dort kamen 2025 gerade mal 104 Gäste nach Luzern. Es folgen Bahrain (182) und Island (228). Diese Länder sind für Luzern also weitgehend belanglos – wobei man ihnen mit diesem Urteil eigentlich unrecht tut. Nimmt man Islands Bevölkerungszahl zum Massstab, reisten immerhin 0,06 Prozent von ihnen letztes Jahr nach Luzern. Das ist derselbe Anteil wie bei der US-Bevölkerung.
Der Herkunftsmix hat sich im Laufe der Zeit verändert. Das zeigt ein Blick in die «Luzerner Zeitung» von 1856. Das Blatt listete damals täglich die Namen der Touristen auf, die in Luzerner Hotels logierten. So erfahren wir, dass ein «Graf Rothkirch mit Familie aus Böhmen» im «Schweizerhof» residierte. Im selben Haus wohnten «Madame Wagner aus Hamburg» und «General von Dannenberg mit Familie aus Russland». Wohl etwas bescheidener war das Reisebudget von «Miss Hawkins aus England» in der Pension Aeschmann.
Wozu dieses tägliche Namedropping diente, ist unklar. Heute ist man da viel diskreter. Deshalb haben wir auch nie erfahren, ob Sängerin Taylor Swift 2024 tatsächlich in einem Luzerner Luxushotel übernachtete, wie das die Gerüchteküche behauptete.
Dass Fussballstar Paul Pogba 2022 nach Luzern zum Lädelen kam, gilt hingegen – Instagram sei dank – als gesichert. Apropos Fussball: Falls der Liechtensteiner Mario Frick beim FCL verlängert, wird er sicher auch ein paar zusätzliche Fans aus seiner Heimat hierhin locken. Dabei sind die Liechtensteiner heute schon absolute Luzern-Fans: 567 von ihnen übernachteten 2025 in Luzern – 1,5 Prozent der Gesamtbevölkerung, womit der Kleinstaat nur von der grossen Schwester übertrumpft wird: 2,3 Prozent der Schweizer Bevölkerung leisteten sich 2025 ein Hotel in Luzern. In Zürich waren es allerdings 8,3 Prozent. Was wollen bloss all die Schweizer Touristen an der Limmat? Die Antwort findet sich prominent auf der Website von Zürich Tourismus: Tagesausflug nach Luzern, 62 Franken pro Person – Stadtführung inklusive.

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