1. Halbjahr 2026

Tourismus in Luzern: Europa überholt Asien

Die Tourismuszahlen sind fast überall rückläufig. Grund sind die asiatischen Gäste. Ausgerechnet Luzern kann die Ausfälle mehr als kompensieren.

Nachdem der Tourismus aus China wegen Corona eingebrochen war, bleiben jetzt auch die Gäste aus den Golfstaaten weg. Kein Wunder sind die Übernachtungszahlen schweizweit rückläufig: Im ersten Halbjahr 2026 schrumpfte die Zahl der Logiernächte um 0,7 Prozent. Der Rückgang erstreckt sich über alle grossen Tourismusregionen mit Ausnahme des Tessins.

Auch die grossen Städte sind praktisch alle tourismusmässig ins Minus gerutscht. Mit einer Ausnahme: In Luzern ist die Zahl der Logiernächte auch 2026 weiter gestiegen. Zwischen Januar und Juni übernachteten rund 656'800 Personen in der Stadt – das sind 0,8 Prozent mehr als im Vorjahr.

Das ist bemerkenswert. Denn Luzern war bekanntlich viel stärker als andere vom Tourismus aus Asien abhängig. Der Einbruch wegen Corona war denn auch dramatisch, die Erholung dauerte deutlich länger als in den meisten anderen Städten und Regionen. Doch seit 2023 jagt ein Rekord den nächsten. Grund sind die Gäste aus Europa und Amerika, welche die Ausfälle aus Asien mehr als kompensieren. Das widerspiegelt sich in der Herkunftsstatistik in der Halbjahresbilanz 2026: Die meisten Übernachtungsgäste in Luzern stammen vom amerikanischen Kontinent (212'400 Logiernächte), gefolgt von der Schweiz (181'000) und dem übrigen Europa (132'000). Asien ist mit 110'000 Übernachtungen nur noch auf dem vierten Platz. Zum Vergleich: Noch vor sieben Jahren standen die asiatischen Gäste mit grossem Abstand an der Spitze der Rangliste.

Etwas anders präsentiert sich die Situation, wenn man die Grossregion Luzern-Vierwaldstättersee betrachtet. Hier konnten Europa und Amerika die Ausfälle aus Asien nicht kompensieren, gegenüber 2025 resultiert ein Logiernächte-Minus von 1,7 Prozent. (rk)

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