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Bourbaki

Für 9,9 Millionen: Luzerns Stadtbibliothek soll grösser werden

Die Stadtbibliothek braucht mehr Platz. Um diesen zu schaffen, will die Stadt das Lokal eines ehemaligen Uhrengeschäfts kaufen.
In dieses Ladenlokal soll die Bibliothek expandieren.
Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 20. 4. 2026)

«Wir platzen aus allen Nähten» beschreibt Tobias Schelling, Leiter der Luzerner Stadtbibliothek, die Situation im Bourbaki-Gebäude. Die Zahl der Besucherinnen und Besucher steigt stetig an, auch bleiben sie im Schnitt immer länger. Neben der klassischen Ausleihe von Medien fungiert die Bibliothek heute bewusst auch als Veranstaltungs- und Begebungsort. Mehr als 450 Veranstaltungen gibt es jährlich, von Lesungen und Schreibworkshops zu Sprachkursen.

Dabei stösst die Bibliothek immer mehr an die Kapazitätsgrenzen. Es fehlen die Räume, um der Nachfrage gerecht zu werden. Möglich sei der Betrieb nur dank viel Improvisation, erklärt Schelling. «Das funktioniert, frisst aber auch viel Energie beim Personal.» Dabei gibt es im Bourbaki Platz für eine mögliche Expansion: 2024 lief der Mietvertrag mit dem Uhrenladen Swiss Lion nach längerer Schliessung aus, mittlerweile wird das Lokal im Erdgeschoss bis voraussichtlich Ende 2026 zwischengenutzt. SP und Mitte forderten deshalb mit einem Postulat, dass die Stadt prüfen soll, ob die Räume sich für Bibliotheksbetrieb eignen. Das tun sie, wie die Stadt Luzern am Montag nun an einer Medienkonferenz bekanntgab.

Neben dem Kauf kostet auch der Umbau

Für die Vergrösserung der Bibliothek will die Stadt das rund 300 Quadratmeter grosse Lokal aber nicht mieten, sondern gleich kaufen. Mit der Eigentümerin Stiftung Bourbaki Panorama Luzern hat sie sich auf einen Kaufpreis von 4,3 Millionen geeinigt, 2,6 Millionen werden für den Umbau der Fläche budgetiert. Dazu kommen weitere Sach- und Personalkosten, 150 Stellenprozent mehr werden benötigt.

Insgesamt belaufen sich die Kosten der Erweiterung auf 9,9 Millionen Franken. Einen entsprechenden Sonder- und Nachtragskredit beantragt der Stadtrat nun beim Parlament. Zudem unterstützt die Stadt Luzern das Museum im Bourbaki mit jährlich 150'000 Franken als Kompensation für ausbleibende Mieten der Ladenfläche. Momentan befindet sich das Projekt noch in der Planung, die genaue Form der Erweiterung steht bisher nicht fest. Verläuft alles nach Plan, kann das zusätzliche Lokal im ersten Halbjahr 2028 bezogen werden. Die bestehenden Bibliotheksräume in den Obergeschossen gehören der Stadt bereits.

Ladenfläche soll Abhilfe schaffen

Die Stadt hat auch weitere Optionen geprüft, etwa einen zweiten Bibliotheksstandort auf der anderen Seeseite. Die Ladenfläche im Bourbaki sei aber die beste Option, erklärte Stadtpräsident Beat Züsli (SP) vor den Medien. Die Erweiterung an diesem Standort sei zeitnah realisierbar und habe eine grosse Sichtbarkeit, durch die anstehende Entsiegelung am Löwenplatz würden zudem wertvolle Synergien entstehen.

Auf der zusätzlichen Fläche soll eine «publikumsorientierte Mehrfachnutzung» entstehen, wie es in Unterlagen der Stadt heisst. Geplant ist etwa ein Schalter der Umweltberatung, die dadurch von höherer Sichtbarkeit profitiert. Auf der bisherigen Fläche der Umweltberatung im Obergeschoss ist ein Lesebereich geplant, der sich spezifisch an junge Erwachsene wendet. Ausserdem sind Räume für Workshops geplant, die neben der Bibliothek auch der Stadt und Dritten zur Verfügung stehen sollen.

Visualisierungen der Stadt zeigen, wie die Erweiterung aussehen könnte. Ähnlich wie in den Obergeschossen ist eine durchsichtige Glasfassade denkbar.

So könnte das Bourbaki in Zukunft aussehen.
Bild: Visualisierung: zvg

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