Der Luzerner Stadtrat soll eine Vorlage für die Realisierung einer eigenständigen Notschlafstelle für Frauen erarbeiten – ergänzend zu jener am Neuweg. Das fordert die SP in einer Motion, die auch von der Grünen-, GLP- und Mitte-Fraktion unterstützt wird. Weiter haben einzelne Mitglieder von FDP und SVP den Vorstoss mitunterzeichnet.
«Frauen in der Obdachlosigkeit sind aufgrund fehlender sicherer Schlafplätze einem deutlich erhöhten Risiko ausgesetzt, Opfer von Gewalt, Missbrauch und sexuellen Übergriffen zu werden», heisst es in der Motion. Darum soll die geforderte separate Notschlafstelle für Frauen einen «gesicherten Übernachtungsplatz» sowie einen «Zufluchtsort mit unbürokratischem und schnellem Zugang» bieten.
«Während Männer in gemischtgeschlechtlichen Notschlafstellen meist problemlos unterkommen, sehen sich Frauen mit erheblichen Barrieren konfrontiert», führt die SP in einer Mitteilung aus. Viele von ihnen fühlten sich nicht ausreichend geschützt. «Aus Angst um ihre körperliche und seelische Unversehrtheit meiden sie deshalb oft solche Angebote» und würden zu riskanten Alternativen greifen, etwa Übernachtungen bei flüchtigen Bekannten, Fremden oder Schlafmöglichkeiten im Austausch gegen sexuelle Gefälligkeiten. (std)
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