Die Stadt Luzern soll im Stadtzentrum keinen offenen Jugendtreff für 12- bis 15-Jährige erhalten. Der Stadtrat beantragt, ein entsprechendes Postulat der Mitte abzulehnen. Der Vorstoss war im vergangenen Sommer eingereicht worden und verlangt einen zentral gelegenen, niederschwelligen Treffpunkt ohne Konsumzwang, der während einer mindestens zweijährigen Pilotphase dreimal pro Woche geöffnet wäre. Zudem solle der Stadtrat ein Trägerschafts- und Finanzierungsmodell sowie mögliche Kooperationen ausarbeiten.
Der Stadtrat verweist in seiner Antwort auf bestehende Angebote: Für Jugendliche im Oberstufenalter gebe es in Luzern bereits sieben Jugendtreffs, darunter fünf Angebote der katholischen Kirche sowie zwei städtische Jugendhäuser – das Piazza in Littau und das Crazy House in Reussbühl. Ergänzend werden die drei Standorte von Midnight Sports als Alternativen genannt.
Zwar sei das Angebot für 12- bis 15-Jährige insgesamt eher schwach ausgestattet. In den «Zentrumsquartieren» Altstadt/Wey, Hirschmatt/Kleinstadt sowie Bahnhof/Werft würden aber vergleichsweise wenige Kinder und Jugendliche leben, und zentrumsnahe Treffs seien für sie gut erreichbar. Ein zusätzlicher Treff im Zentrum sei nicht zielführend. Die offene Jugendarbeit solle quartiersnah bleiben, weil sich Jugendliche in diesem Alter vor allem im näheren sozialen Raum bewegen.
Mitte gibt sich noch nicht geschlagen
Ein Angebot mitten im Zentrum könne ausserdem eine «Magnetwirkung» entfalten und zu mehr Nutzungsdruck sowie Nutzungskonflikten führen. Statt eines neuen Zentrumsangebots will der Stadtrat die Struktur der offenen Kinder- und Jugendarbeit im Projekt «Quartierarbeit für alle Generationen» stadtweit überprüfen und weiterentwickeln.
Co-Postulantin Diel Schmid (Mitte) hat für diese Argumentation wenig Verständnis. «Der Stadtrat räumt ja ein, dass es im Zentrum aktuell keinen Jugendtreff gibt.» Die Grossstadträtin betont, dass Jugendliche aber gerade in diesem Alter beginnen, mobiler zu werden. «Auch wenn in den Zentrumsquartieren vergleichsweise weniger Jugendliche leben, sie kommen ja gerade auch von ausserhalb dorthin», sagt Schmid mit Verweis auf die besagte Magnetwirkung, welche einer Stadt per se zukäme «Umso wichtiger wäre es, sie dort aufzufangen und ihnen einen passenden Raum zu bieten.»
Die Mitte wolle sich entsprechend noch nicht geschlagen geben. «Wir gehen sicher noch ins Gespräch mit den anderen Fraktionen – ich bin sicher, dass das Anliegen auch den anderen Parteien wichtig ist», so Schmid.

Kommentare
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien, die Kommentare werden von uns moderiert.
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben.