Sie bringt gefundene Portemonnaies zurück oder ertappt Diebe auf frischer Tat: So zeigt die Luzerner Polizei auf Instagram den Alltag ihrer Quartierpolizistinnen und -polizisten. Seit 35 Jahren gibt es in der Stadt Luzern eine Quartierpolizei, die zu Fuss auf Streife geht. Letzte Woche wurde dieses Jubiläum zusammen mit den Sicherheitsvorsteherinnen Melanie Setz (Stadtrat) und Ylfete Fanaj (Regierungsrat) gefeiert.
Nur noch 15 Polizeiposten bleiben übrig
Nach dem Vorbild der Stadt Luzern gibt es in Dörfern im ganzen Kanton Quartierpolizeien, die unter dem Namen «Community Policing», also «gemeinschaftliche Polizeiarbeit», laufen. Während Einsatzkräfte bei akuten Ereignissen handeln, sei «Community Policing» für Vernetzungsarbeit und Früherkennung von Problemen zuständig, so die Luzerner Polizei.
Ein Beispiel für «Community Policing» ist der Kreis Meggen. Dort deckt ein Vollzeitpensum die Gemeinden Meggen, Adligenswil, Udligenswil und Meierskappel mit ihren rund 17'400 Einwohnenden ab. In Zukunft will die Luzerner Polizei vermehrt auf dieses Modell setzen. Im Zuge der Organisationsentwicklung werden Polizeiposten abgebaut, von momentan 26 auf 15 Posten. Im Gegenzug soll es mehr Patrouillen geben. Das Polizeikorps will dafür bis 2030 um 118 Vollzeitstellen wachsen.
Seetalplatz statt Ruopigen-Zentrum
Im Rahmen der Reorganisation soll das Comunity Policing bald auch in den neuen Luzerner Stadtteilen Littau und Reussbühl ausgebaut werden. Dies bedeutet die Schliessung des Reussbühler Polizeipostens im Zentrum Ruopigen. Allerdings ist geplant, diesen Posten durch einen neuen zu ersetzen – nicht in Reussbühl, sondern im neuen Verwaltungszentrum am Seetalplatz in Emmenbrücke. Wann der Posten Reussbühl genau geschlossen und der neue am Seetalplatz eröffnet wird, ist noch unklar. Wie die Polizei mitteilt, ist die Planung im Gange. Ende 2026 soll genauer informiert werden.
Ins Leben gerufen hat die Polizei das Programm, um wieder vermehrt Präsenz auf den Strassen zu zeigen. Die Arbeit basiere auf einem Vertrauensverhältnis zwischen der Polizei und Bewohnerinnen und Bewohnern, sowie «ausgeprägten Orts- und Milieukenntnissen». So sind sie etwa Ansprechpartner für Schulen oder Vereine und sind im alltäglichen Austausch mit der Bevölkerung.
Diese Verlagerung vom Posten auf die Strasse gelingt allerdings nicht immer. 2024 fielen im Raum Entlebuch und Willisau während sechs Monaten die Nachtpatrouillen am Wochenende aus, wegen fehlender personeller Ressourcen.



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