Die Rathaustreppe wird erneut zur Endstation für ein Auto. In der Nacht auf Dienstag ist ein Fahrzeug in der Altstadt stecken geblieben. Wie die Luzerner Polizei mitteilt, fuhr am frühen Dienstagmorgen kurz vor 3 Uhr ein 47-jähriger Mann mit einem Mietwagen durch die Innenstadt. Gemäss eigenen Angaben folgte er den Anweisungen seines Navigationssystems – mit fatalem Ergebnis: Dieses führte ihn direkt auf die Rathaustreppe, wo das Fahrzeug schliesslich stecken blieb.
«Der Fahrer beabsichtigte, zum Hotel Magic zu gelangen», sagt Simon Kopp, Sprecher der Staatsanwaltschaft Luzern, auf Anfrage. Das Hotel liegt direkt am Kornmarkt bei der Rathaustreppe, mitten in der Fussgängerzone in der Altstadt. Verletzt wurde niemand. Das Auto musste mit einem Kran geborgen werden.
Ob der Lenker nun mit einer Busse rechnen muss, ist offen. «Die Staatsanwaltschaft wird nun prüfen, ob der Lenker sich mit seinem Verhalten strafbar gemacht hat», sagt Kopp. Sicher ist: Er wird die Bergungskosten tragen müssen.
Zufahrt zu Hotel in Fussgängerzone erlaubt
Rechtlich ist die Situation klar geregelt: Die Altstadt ist eine Fussgängerzone und grundsätzlich für den privaten Fahrzeugverkehr gesperrt. Zufahrten sind nur eingeschränkt erlaubt – etwa für Güterumschlag am Morgen oder mit entsprechender Ausnahmebewilligung.
Eine Sonderregel gilt jedoch für Hotelgäste: Sie dürfen jederzeit bei An- und Abreise in die Altstadt zufahren – allerdings auf direktem Weg zu ihrer Unterkunft. Die wiederholten Vorfälle zeigen jedoch, dass Navigationssysteme mit den komplexen Verkehrsregeln der Altstadt an ihre Grenzen stossen.
Denn der Vorfall in der Nacht auf Dienstag ist kein Einzelfall. Immer wieder verirren sich Autofahrer in der Altstadt auf die Rathaustreppe – meist, weil sie den Anweisungen ihres Navis mehr oder weniger blind folgen. 2023 mussten gar mehrere Fahrzeuge geborgen werden, in einem Fall fuhr ein Lenker gemäss Aussagen eines Leserreporters die Treppe sogar hinunter und verschwand, ohne die Polizei zu informieren.

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