Wegen Krankheit

«Monatelange Unsicherheit muss aufhören»: Präsident der Evangelisch-Reformierten Kirche Nidwalden tritt zurück

Lukas Reinhardt, Präsident der Evangelisch-Reformierten Kirche Nidwalden, tritt aus persönlichen Gründen per Ende Monat von seinem Amt sowie von seinen weiteren Funktionen innerhalb der Kirche zurück.

Lukas Reinhardt kann nicht länger der Evangelisch-Reformierten Kirche Nidwalden vorstehen. Wie die Kirche in einer Mitteilung schreibt, tritt er aus persönlichen Gründen per Ende Monat von seinen Ämtern innerhalb der Kirche zurück: Als Präsident, aus dem Kirchenrat und dem Gemeindekreisteam Buochs.

Lukas Reinhardt, Präsident der Evangelisch-Reformierten Kirche Nidwalden, legt sein Amt nieder.
Bild: Bild zvg

An der Kirchgemeindeversammlung vom 1. Juni 2026 wurde Lukas Reinhardt, der bereits seit zwei Jahren Präsident des Kirchenrates ist, für eine weitere Amtsperiode wiedergewählt. Das sorgte für Diskussionsstoff (wir berichteten). Grund: Seit fünf Monaten ist der Beckenrieder krankgeschrieben. Seither führt Vizepräsidentin Danielle Fischer den Kirchenrat.

Reinhardts Wiederwahl ist nur eine gute Woche her. «Nach reiflicher Überlegung hat er sich entschieden, seine Ämter nicht weiter auszuüben», schreibt die Kirche weiter. Doch warum?

Rücktritt ist «keinesfalls leichtgefallen»

Eine Anfrage bei Lukas Reinhardt bringt Klarheit über die Beweggründe für seinen kurzfristigen Abgang: Nur zwei Tage nach seiner Wiederwahl habe er von seinem Arzt erfahren, dass er einen kardiologischen Eingriff benötigt. Die Operation inklusive der Wartezeiten und der Rekonvaleszenz könne zu einem weiteren Ausfall von bis zu einem halben Jahr führen. Mit der Abgabe seines Amtes habe er «verlässliche Klarheit schaffen wollen – sowohl für mich, als auch für unsere Kirche», so Reinhardt auf Anfrage. Der Schritt sei ihm «keineswegs leichtgefallen». Aber: «Diese monatelange Unsicherheit kann und möchte ich unserer Kirche nicht weiter zumuten. Eine Landeskirche braucht eine voll handlungsfähige Führung.»

Im Weiteren habe das knappe Wahlergebnis an der Kirchengemeindeversammlung Reinhardt auch aufgezeigt, dass der Rücktritt der «einzig verantwortungsvolle Weg für die Zukunft unserer Kirche» ist. Ein solches Resultat mit den zahlreichen Enthaltungen erschwere die präsidiale Arbeit in einer Zeit, in der Einigkeit nötig sei. «Ich gehe mit diesem Entscheid in absolutem inneren Frieden. Es war mir eine Ehre, mich für unsere Kirche einzusetzen», so Reinhardt weiter.

Die Leitung des Kirchenrates übernimmt per sofort Vizepräsidentin Danielle Fischer. Die Nachwahl für das Präsidium werde laut der Evangelisch-Reformierten Kirche Nidwalden an der Herbst-Kirchgemeindeversammlung stattfinden.

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