Wissenschaft

Urner schreibt Schweizer Chemiegeschichte

Der 17-jährige Lukas Hannawa gewinnt Bronze an der Internationalen Chemie-Olympiade – ein historischer Erfolg für die Schweiz.
Das Schweizer Nationalteam der 58. Internationalen Chemie-Olympiade bei der Medaillenzeremonie in Taschkent (Usbekistan). Alle vier Teammitglieder wurden mit einer Bronzemedaille ausgezeichnet. Von links nach rechts: Ruben Locher (Berufsfachschule Oberwallis / Lonza, VS), Lukas Hannawa (Kantonale Mittelschule Uri), Dominic Bool (Gymnasium Freudenberg, ZH), Apollo Yuxiang An (Collège du Léman, GE).
Bild: Swiss Chemistry Olympiad (SwissChO)/zvg

Ein 17-jähriger Gymnasiast aus Uri setzt sich gegen die besten jungen Chemiker der Welt durch – und schreibt damit Schweizer Chemiegeschichte. Lukas Hannawa gewann an der 58. Internationalen Chemie-Olympiade (IChO) in Taschkent (Usbekistan) die Bronzemedaille. Bei einem der weltweit anspruchsvollsten Wettbewerbe für Chemietalente behauptete sich der Schüler der Kantonalen Mittelschule Uri gegen 320 Teilnehmende aus 84 Ländern und gehört damit zu den besten jungen Chemikern der Welt.

Sein Erfolg ist zugleich Teil eines historischen Meilensteins für die Schweiz: Erstmals seit der Teilnahme an der Internationalen Chemie-Olympiade kehrt das gesamte Schweizer Nationalteam mit einer Medaille nach Hause zurück. Neben Lukas Hannawa wurden auch Ruben Locher, Dominic Bool und Apollo Yuxiang An mit Bronze ausgezeichnet. Damit gewann erstmals in der Geschichte der Schweizer Teilnahme an der Internationalen Chemie-Olympiade jedes Mitglied des Nationalteams eine Medaille.

Der Weg an die Weltspitze begann bereits im vergangenen Jahr. Von ursprünglich 722 Teilnehmenden der Schweizer Chemie-Olympiade qualifizierte sich Lukas Hannawa über mehrere Auswahlrunden zunächst für den nationalen Final der 16 besten Nachwuchschemikerinnen und Nachwuchschemiker. Dort gewann er die Goldmedaille und sicherte sich einen der vier Startplätze im Schweizer Nationalteam. In Taschkent krönte er seinen Erfolgsweg mit der Bronzemedaille an der Internationalen Chemie-Olympiade.

(von links): Die zwei usbekischen Mentorinnen des SwissChO-Teams, Lukas Hannawa (Kantonale Mittelschule Uri, UR), Ruben Locher (Berufsfachschule Oberwallis / Lonza, VS), Apollo Yuxiang An (Collège du Léman, GE), Dominic Bool (Gymnasium Freudenberg, ZH) sowie SwissChO-Teammentor Fabian Hollinger.
Bild: International Chemistry Olympiad (IChO)/zvg

Die Internationale Chemie-Olympiade gilt als der weltweit bedeutendste Wettbewerb für Chemie auf Gymnasialstufe. Während der zehntägigen Veranstaltung vom 10. bis 19. Juli 2026 absolvierten die Teilnehmenden eine fünfstündige theoretische sowie eine fünfstündige praktische Laborprüfung. Gefordert waren fundierte Kenntnisse in allen Bereichen der Chemie, analytisches Denken, experimentelles Geschick sowie kreative Problemlösung auf höchstem Niveau.

Neben dem Wettbewerb bot die Olympiade den Jugendlichen die Gelegenheit, sich mit Gleichgesinnten aus aller Welt auszutauschen und internationale Kontakte zu knüpfen – ein prägender Bestandteil der Internationalen Chemie-Olympiade seit Jahrzehnten. (zvg)

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