Schwingen

Lukas Bissig setzte ein Urner Ausrufezeichen

Der Kilchberg Schwinget war der grosse Saisonhöhepunkt im Schwingsport. Die Innerschweizer starteten als Aussenseiter, und überraschten positiv.

Die Innerschweizer zählten für den Kilchberg Schwinget nicht zu den meistgenannten Favoriten. Lukas Bissig aus Attinghausen wurden aufgrund seiner guten Platzierungen immerhin Aussenseiterchancen zugeschrieben.

Der Urner Eidgenosse war mit viel Selbstvertrauen nach Kilchberg gereist. Er hatte im Verlauf der Saison mehrfach bewiesen, dass er auch gegen starke Konkurrenz bestehen konnte. Er war einmal als 6. klassiert und ansonsten belegte er in diesem Jahr immer den ersten oder zweiten Rang.

In Kilchberg wartete nun allerdings eine nochmals andere Herausforderung auf ihn. Die Dichte an Eidgenossen war aussergewöhnlich hoch, und praktisch jeder Gang konnte zu einem Duell mit einem Schwinger aus der nationalen Spitze werden.

Der Morgen verlief für den 23-jährigen Metzger nicht nach Wunsch, wie es in einem Bericht des Urner Kantonalen Schwingerverbands heisst. Gegen den Mitfavoriten und Titelverteidiger Damian Ott musste er die erste Niederlage einstecken. Nach dem Sieg gegen Silvio Oettli musste er gegen Matthieu Burger antreten, gegen welchen er auf dem Schwarzsee eine Niederlage einstecken musste. Auch am Saisonhöhepunkt musste er sich nach etwa drei Minuten das Sägemehl von den Schultern wischen lassen.

Makelloser Nachmittag

Aber Bissig konnte sich am Nachmittag nochmals aufraffen. Gegen Dominik Gasser im vierten Gang brauchte er aber noch viel Geduld. Am Esaf 2022 in Pratteln verlor Bissig gegen Gasser den entscheidenden Gang um den Kranz. Heuer konnte er ihn aber dank einer starken Willensleistung kurz vor Gangende bezwingen.

Auch gegen Lars Zaugg, den Gegner im fünften Gang, zog er in dieser Saison schon einmal den Kürzeren. Am Samstag zeigte er aber eine taktisch starke Leistung, riskierte zu Beginn noch nicht viel und erhöhte den Druck Zug um Zug. Schlussendlich gelang ihm die Revanche und er ging in diesem Duell als Sieger vom Platz.

Auch wenn es auf dem Kilchberg nicht um Kränze geht, schaut man am Ende, wer die virtuelle Kranzquote erreicht hat. Dank des Blitzsieges gegen den unbequemen Marco Good, hätte sich Bissig innerhalb dieser Quote klassiert.

Bissig zeigte, dass er sich vor den Grossen nicht verstecken musste. Sein Auftritt auf dem Kilchberger Schwingplatz war für den Urner Schwingsport deshalb von besonderer Bedeutung. Der 2025 am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Mollis gekrönte Eidgenosse konnte seine Entwicklung auch auf dieser Bühne mit dem 4. Schlussrang bestätigen.

Bieri kämpfte sich in den Schlussgang

Für einmal war Bissig aber nicht der beste Innerschweizer. Marcel Bieri schafft es nämlich sogar in den Schlussgang. Bieri sorgte gleichzeitig für eine der grössten Überraschungen des Tages. Im fünften Gang bezwang er Schwingerkönig Armon Orlik und sicherte sich damit die Teilnahme an der Endausmarchung.

Für Bieri war die Schlussgangqualifikation ein weiterer Höhepunkt seiner bereits erfolgreichen Karriere. Der Zuger Eidgenosse erhielt damit die Chance, den Kilchberger Schwinget gegen einen der dominierenden Schwinger der vergangenen Jahre für sich zu entscheiden. Sein Gegner, der Thurgauer Giger, qualifizierte sich mit einem eindrücklichen Plattwurf gegen Michael Moser. Vor dem Fest stand hinter Giger noch ein Fragezeichen, da er seit drei Monaten keinen Ernstkampf mehr bestritten hatte.

Giger ging mit einem kleinen Vorsprung auf Bieri in den Schlussgang. Und ihm hätte auch ein Gestellter für den Sieg gereicht. Doch der Titelverteidiger liess nichts anbrennen und legte Bieri nach kurzer Gangdauer Platt ins Sägemehl. Damit ist Giger erst der zweite Schwinger nach dem legendären Karl Meli, dem die Titelverteidigung auf dem Kilchberg gelungen ist.

Starker Auftritt der Innerschweizer

Für den Innerschweizer Schwingerverband war der Kilchberger Schwinget bereits mit der Schlussgangqualifikation von Marcel Bieri ein erfolgreicher Wettkampf. Daneben haben sie aber auch dank einer starken Vorstellung am Nachmittag auch als Team überzeugt.

Mit Joel Ambühl und Michael Gwerder schafften zwei weitere Innerschweizer die imaginäre Kranzquote. (zvg)

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