notifications
Altdorf

Uri als Transit- und Kulturraum im Fokus

Die Institutstage des Urner Instituts Kulturen der Alpen widmeten sich der Frage, wie Transit und Kultur den Kanton Uri prägen.

Das Urner Institut Kulturen der Alpen stellte an seinen ersten Institutstagen des Jahres vom 14. bis 16. Januar die Räume des Kantons Uri ins Zentrum. Im Fokus stand Uri als Transitkanton, geprägt vom Durchgangsverkehr der Nord-Süd-Achse und von grossen Infrastrukturen – und zugleich vom Wunsch der Bevölkerung, diesen Raum immer wieder neu zu gestalten und lebbar zu machen.

Uri als Transitkanton, geprägt vom Durchgangsverkehr der Nord-Süd-Achse und von grossen Infrastrukturen. Den Auftakt der Institutstage fand in Airolo statt.
Bild: zvg

Den Auftakt bildete in Airolo die Präsentation einer Studie von Prof. Dr. Andreas Abegg und Oliver Streiff (beide ZHAW). Am Beispiel der Autobahnüberdeckung Airolo untersuchten sie rechtliche Fragen rund um die Gewinnung, Umwidmung und Nutzung von Land. In der Diskussion mit lokalen Akteurinnen und Akteuren zeigte sich, wie wichtig transparente Planungsprozesse und die sorgfältige Abwägung unterschiedlicher Interessen sind. Deutlich wurde aber auch: Neue Räume brauchen eine klare Idee und Vorstellungskraft, um der Bevölkerung nach Jahren der Belastung durch Baustellen eine lebenswerte Perspektive zu eröffnen.

Genau hinschauen und hinhören im Altdorfer Schreibatelier

In Altdorf verlagerte sich der Fokus von der Planung zur kulturellen Annäherung an den Kanton Uri. Vorgestellt wurde das neue Kulturschreiber:innen-Atelier, das sich mit Kultur im Transitgebiet auseinandersetzt. Zentrale Fragen waren, welche Spuren das ständige Unterwegssein, das Vorbeiziehen und die Geschwindigkeit an einem Ort hinterlassen, der verkehrstechnisch zentral liegt, kulturell aber oft als peripher wahrgenommen wird. Diskutiert wurde auch der Kulturbegriff selbst, der sich nicht nur im bewussten Austausch zwischen Menschen zeigt, sondern ebenso in alltäglichen Handlungen, Wegen und Nutzungen des Raums.

In einer Podiumsdiskussion präsentierten die Kulturschreibenden Andrea Keller, Joachim Schloemer, Christian de Simoni und Seraina Kobler ihre unterschiedlichen Zugänge, die ihre dreimonatige Arbeit in Altdorf prägen werden. Im Zentrum stehen das genaue Hinschauen und Hinhören: Welche Geschichten verbergen sich entlang der Verkehrsachsen? Welche Spuren hinterlassen Menschen, Bewegung und Zeit in der Landschaft? Schreiben wurde dabei als Form der Entdeckung verstanden, die neue Perspektiven auf vertraute Orte eröffnet.

Die Herangehensweisen reichen von dokumentarischen und literarischen Formen über Essays bis hin zu performativen Formaten wie den «Tunnelmonologen» von Joachim Schloemer. Gemeinsames Ziel ist es, den Kanton Uri als lebendigen Erfahrungsraum sichtbar zu machen, in dem sich Geschichten, Erinnerungen und Zukunftsideen überlagern.

Einzelne Beiträge der derzeit in Altdorf arbeitenden Autorinnen Andrea Keller und Seraina Kobler rundeten das dreitägige Programm ab. Andrea Keller, Kulturpublizistin und Künstlerin, gab bei einem dialogischen Spaziergang entlang der Reuss sowie in einem anschliessenden Input und einer künstlerischen Installation im Kulturkloster erste Einblicke in ihre Arbeit. Seraina Kobler, Autorin und Schriftstellerin, lud das Publikum am Freitagvormittag zu einem Schreibatelier unter dem Titel «Utopien am Berg» ein. Die Teilnehmenden entwickelten mithilfe kreativer Schreibmethoden Zukunftsbilder für den alpinen Raum und führten ihre persönlichen Texte zu einer gemeinsamen Ideensammlung zusammen.

Im Rahmen des Kulturschreiber:innen-Ateliers sind im laufenden Jahr weitere öffentliche Veranstaltungen geplant. (zvg/inf)

Mehr zum Thema:

Mehr zum Thema:

Mehr zum Thema:

Kommentare (0)