Luzern

Kuh Dalia soll wegen Hitze zum Metzger – gibt es doch noch ein Happy End?

Ein Landwirt in Solothurn muss Kühe vorzeitig schlachten lassen, weil ihm wegen der Trockenheit das Futter fehlt. Nun hat eine Luzernerin Kuh Dalia gekauft und einen Platz in einem Pensionshof organisiert.
Hat in den verkauf eingewilligt: Landwirt Christoph Haefely mit Dalia.
Bild: André Albrecht

«Trockenheit – Milchkuh Dalia muss zum Metzger»: So lautete der Titel eines Artikels von Schweiz Heute, der die Stadtluzernerin Tina Ineichen (73) aufwühlte. Im Artikel wird beschrieben, dass Landwirt Christoph Haefely (34) aus dem solothurnischen Hägendorf seinen Viehbestand reduzieren muss, weil ihm wegen der Trockenheit das Futter ausgeht, wie so vielen anderen Landwirten in der Schweiz auch. Haefely hat zwar jetzt noch Futter, aber die Vorräte würden nicht für alle Tiere über den Winter reichen, da er seit Wochen kein Gras mehr schneiden konnte. Exemplarisch wurde das an seiner Kuh Dalia aufgezeigt, die er jetzt vorzeitig zum Metzger bringen muss. Haefelys Wahl fiel auf Dalia (12), weil sie schon älter ist und weil sie eine Verletzung an ihrer Klaue am rechten Hinterbein aufweist, die Pflege bedarf.

«Ich möchte den Tieren etwas zurückgeben»

Soweit die Vorgeschichte – welche die erwähnte Stadtluzernerin ins Handeln brachte. Ihr tat Dalia leid, Tiere müssten so viel für Menschen leisten. «Nun möchte ich einmal einem Tier etwas zurückgeben», sagt sie. Konkret will sie Dalia vom Schlachthof retten. Dafür nahm sie Kontakt mit Bauer Haefely auf, den sie schliesslich am Mittwoch in Hägendorf auf seinem Hof besuchte. «Dort haben wir einen Kaufvertrag abgeschlossen», sagt Ineichen. Handschriftlich hat sie auf einem Blatt Papier festgehalten: «Für Milchkuh Dalia und ihr ungeborenes Kälbchen. Wie abgemacht Fr. 3'500.-.» Unterzeichnet ist der Vertrag von ihr sowie von C. Haefely. In einem weiteren Vertrag wurde eine Anzahlung von 500 Franken schriftlich festgehalten; fotografische Dokumente der beiden Schriftstücke liegen der Redaktion vor.

Nun wird Geld gesammelt für Dalia

«Die Kuh Dalia gehört jetzt mir», sagt Ineichen voller Freude. Sie weiss auch schon, wohin Dalia kommen soll: Sie habe einen Platz auf einem Pensions-/Lebenshof in der Ostschweiz gefunden. Doch ob Dalia wirklich dorthin kommt, ist noch nicht restlos gesichert. Für die ausstehenden 3000 Franken sowie für den Transport der Kuh aus dem Solothurnischen in die Ostschweiz sammelt Ineichen nun Geld, Spendenziel sind 5'000 Franken. Es sieht gut aus: Bereits sind auf der Spendenplattform Gofundme beachtliche 1'600 Franken zusammengekommen. Den Spendenaufruf online gestellt habe eine Kollegin; sie selbst komme mit Computern und Handys nicht so draus.

Auf gofundme kamen bereits 1000 Franken für Dalia zusammen.
Bild: Screenshot gofundme

Doch nebst dem Geld gibt es noch andere Unwägbarkeiten, ob der Plan aufgeht. Landwirt Haefely führt diese aus. Zunächst bestätigt er, dass er von Tina Ineichen für die Kuh eine Anzahlung von 500 Franken erhalten hat; «sie wollte mir die Anzahlung unbedingt leisten. Wenn es aber nicht klappt, bekommt sie das Geld natürlich zurück», sagte er auf Anfrage. Er bestätigt auch, dass das Vorhaben funktionieren könnte: «Idealerweise kann Dalia in einem Monat kalben, und Ende Oktober könnte man dann die Kuh und ihr Kalb in die Ostschweiz bringen.» Allerdings könne es sein, dass Dalia nach der Geburt gar nicht mehr transportfähig sei, etwa wegen Kalziummangels nach der Geburt. Und zudem müsse sichergestellt werden, dass auch auf einem neuen Hof eine professionelle Pflege der Wunde an Dalias Klaue möglich ist.

«Ich habe Freude»

Beim Pensionshof bestätigen die Verantwortlichen, dass man für Kuh Dalia und das Kalb ein Plätzchen hätte. Man stehe mit der Stadtluzernerin in Kontakt. Die Sache mit der Klauenpflege sei kein Problem. «Und wir haben einen Kompostierungsstall, das ist das Beste für das Tierwohl und gut für die Klauen der Kühe, sie mögen das.» Die beiden Tiere würden auf dem Hof monatliche Kosten von 500 Franken verursachen. In der Regel würden Paten den Unterhalt für die Tiere auf dem Pensionshof bestreiten. Auch hier ist Ineichen schon weit: «Für das Kälbchen habe ich bereits zehn Paten gefunden, die monatlich etwas einzahlen werden. Für Dalia muss ich jetzt noch weitere suchen. Aber auch das werde ich schaffen», sagt die 73-Jährige und ergänzt: «Ich habe Freude.»

www.gofundme.com/f/Dalia-und-Ihr-Kalb

Dalia, links, und Muni Urban zwischen zwei Kolleginnen.
Bild: André Albrecht

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