Anfang des Jahres haben wir Sie – liebe Leserinnen und Leser – gefragt, wie Ihnen der Regionalteil unserer Zeitung gefällt. Nun fassen wir für Sie die Ergebnisse zusammen. 405 Personen aus der Region haben abgestimmt, und unsere Redaktion hat sich über diese rege Teilnahme sehr gefreut. Dabei war uns aber von Anfang an klar, dass wir nicht nur positive Rückmeldungen erhalten würden.
Umso wichtiger war es für uns, konkret zu wissen, welche Themen Sie bewegen. Denn unsere Online-Auswertungen zeigen uns jeweils, dass beispielsweise Kurzmeldungen zu Unfällen sehr beliebt sind, geben uns aber wenig Aufschluss darüber, welche Artikel in der gedruckten Zeitung geschätzt werden.
Regionalteil ist das Argument für ein Abonnement
Von den 49 Leserinnen und Lesern aus Uri, die an der Umfrage teilnahmen, sind 47 Prozent 50- bis 70-jährig und 25 Prozent älter als 70 Jahre. Jüngere Leser und Leserinnen haben also nur zu einem sehr geringen Anteil mit ihrer Meinung zu der Umfrage beigetragen. 82 Prozent der Abstimmenden sind bereits seit mehr als fünf Jahren Abonnenten und Abonnentinnen.
Gefreut hat uns, zu erfahren, dass Ihnen die regionalen Seiten wichtig sind: Über die Hälfte der Leserschaft (63 Prozent) abonniert die Zeitung hauptsächlich wegen der regionalen Berichterstattung, rund einem Drittel gefällt der Regionalteil ebenfalls, er schätzt aber auch die Kombination mit nationalen Artikeln.
Dabei kritisieren Sie allerdings die Abopreise der Zeitung. Denn auch unsere Zeitung spürt den Druck, unter dem der Schweizer Journalismus steht, und so kam es zu leichten Preisanpassungen. Wir können nachvollziehen, dass dies zu Unmut führt.
Besonders in Ob- und Nidwalden ist für Sie auch die Zustellung der Zeitung, die teilweise erst am Mittag erfolgt, ein wunder Punkt. Dies liegt daran, dass einige Haushalte per Post beliefert werden und die Schweizer Post per Gesetz zu einer Zustellung bis spätestens 12.30 Uhr verpflichtet ist. Dass die fehlende Zeitung zum Kafi am Morgen ein Wermutstropfen ist, können wir gut verstehen.
Trotzdem fühlen Sie sich durch unsere Zeitung recht gut über die Region informiert: Im Durchschnitt haben Sie uns in dieser Frage mittelmässig bewertet (Wert: 5, Skala: 1–10). Die Umfrage zeigt, dass Sie sich vor allem eine stärkere Regionalität wünschen.
Das zeigen Kommentare wie: «Den Kanton Uri nicht vergessen!» und «Ich wünsche mir, dass der Regionalteil grösser wird und nicht nur die knappen zwei Seiten.» Es gibt aber auch die Meinung: «Regionalteil gerne auch mit Berichten aus der ganzen Zentralschweiz anreichern. Es interessiert mich, was in den Nachbarkantonen läuft.»
Sachthemen sind am beliebtesten
Die Top-Themen, für die Sie sich sehr interessieren, sind: Politik, Gemeindeentwicklung/Bauprojekte, Wirtschaft und Natur sowie Umwelt. Die hohe Relevanz von Sachthemen zeigt sich auch in der Lesermeinung: «Viel mehr über Urner Strompreisentwicklung. Mehr über Zukunft der Isleten. Mehr Details über die horrenden Kosten/Ausgaben des Urner Spitalneubaus.»
Das zeigt sich auch darin, dass Sie sich mehr Berichterstattung wünschen, die die Arbeit der kantonalen Vertreter in der Bundespolitik und direkt aus dem Kantonsparlament zeigt. Allerdings ist dieser Wunsch in Uri und Obwalden stärker ausgeprägt als in Nidwalden.
Auf diese Präferenz von Sachthemen folgen «weichere» Themen, wie menschliche Geschichten und Kulturelles. Es gibt andererseits aber auch Lesende, die finden: «Mehr über Anlässe von Vereinen, Kindern (beispielsweise Elternzirkel).» Der Kommentar «in Uri dominiert kulturelle Berichterstattung aus Andermatt und Grossproduktionen, kleinere Sachen werden kaum irgendwo erwähnt» regt an, dass es vielleicht nicht unbedingt mehr, sondern eine andere kulturelle Berichterstattung braucht.
Beim Sportteil wird gewünscht: «In Uri leben viele Fans des HCAP. Es wäre sehr zu begrüssen, wenn in der ‹Urner Zeitung› mehr von Ambri berichtet würde. Der Anteil an EVZ-Fans dürfte wesentlich kleiner sein. Also bitte in Zukunft mehr Ambri.» Die Vereinsberichterstattung wird insgesamt sehr geschätzt, rund die Hälfte von Ihnen hat diese als sehr wichtig (Werte > 8; Skala: 1–10) eingestuft.
Vertieftere Geschichten erwünscht
Das Urner Meinungsbild zur generellen Themensetzung unterscheidet sich kaum von Obwalden und Nidwalden. Und auch eine interkantonale Auswertung nach Altersklassen zeigt ein ähnliches Stimmungsbild. Allerdings haben die wenigen Unter-30-Jährigen (13 Teilnehmende) ein etwas grösseres Interesse für menschliche Geschichten und Artikel zu Natur und Umwelt.
Was den Stil und die Länge der Artikel betrifft, sind Sie zufrieden. Spannend für uns ist jedoch, dass rund ein Drittel sich mehr Komplexität wünscht. In diesem Sinne werden auch mehr Hintergrundrecherchen und Reportagen gewünscht. Ein Kommentar drückt dieses Bedürfnis in Bezug auf die politische Berichterstattung so aus: «Mehr kritische und unabhängige Beiträge zu lokalen Themen, auch mehr Hintergrundrecherche zu lokalen Themen. Mehr Pro- und Contra zu politischen Abstimmungen. Journalismus, der unvoreingenommen aufklärt.»
«Vertieftere Recherchen machen unseren Redaktorinnen und Redaktoren natürlich selber grosse Freude», sagt Redaktionsleiter Florian Arnold. «Man darf dabei einfach nicht vergessen, dass wir als Tageszeitung unsere begrenzten Ressourcen sehr gezielt einsetzen müssen. Wir können es uns nicht leisten, dass der Briefkasten zugunsten einer grossen Recherche an einem Wochentag leer bleibt.»
Zusammengefasst zeigt die Umfrage, dass der Grossteil der Leserschaft mit unserer Ausrichtung der Zeitung zufrieden ist, es aber immer noch Luft nach oben gibt. Und wenn auch Kommentare wie «Danke & weiter so» dabei sind, motiviert das unsere Redaktion, wie Redaktionsleiter Florian Arnold meint: «Die Resultate der Umfrage bestärken uns in unserer täglichen Arbeit und sie zeigen uns auf, wo wir noch an unserer Zeitung arbeiten können. Wir nehmen uns dies zu Herzen.»

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