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Obwalden

Straftaten auf neuem Höchststand

Die polizeiliche Kriminalstatistik des Kantons Obwalden zeigt eine Zunahme der Straftaten gemäss Strafgesetzbuch. Der Höchstwert vom Vorjahr wurde mit 1778 Straftaten nochmals übertroffen.
Die Kantonspolizei Obwalden hat die Kriminalstatistik veröffentlicht.
Bild: zvg

Entgegen dem nationalen Trend (-2 Prozent), haben die Delikte gemäss Strafgesetzbuch (StGB) im vergangenen Jahr in Obwalden erneut um 6 Prozent auf 1778 Taten zugenommen, 94 mehr als im Jahr davor. Wie die Kantonspolizei Obwalden mitteilt, ist aber die Aufklärungsquote gesunken und liegt noch bei 44,2 Prozent (Vorjahr 54 Prozent). Immerhin ist sie besser als der nationale Durchschnitt von 38,7 Prozent.

Erneut leicht angestiegen sind in Obwalden auch die Gewaltstraftaten (+4 Prozent, 139 Straftaten). Dies entspricht dem nationalen Trend, welcher eine Steigerung um zwei Prozent ausweist. Dabei hat auch die häusliche Gewalt wieder zugenommen. Es gab im vergangenen Jahr 59 solcher Straftaten, das entspricht einer Zunahme von 34 Prozent.

Mehr Fälle von Pornografie

Auch im Bereich der Straftaten gegen die sexuelle Integrität war im vergangenen Jahr ein Anstieg um 37 Prozent auf 41 Straftatbestände (Vorjahr 30) zu verzeichnen. Allerdings sind die sexuellen Handlungen mit Kindern wieder zurückgegangen. Es mussten drei Anzeigen wegen «Vergewaltigung» behandelt werden. Angestiegen ist insbesondere der Tatbestand der Pornografie. Während hier im Vorjahr zwölf Fälle zu bearbeiten waren, waren es 2025 deren 25. Dies entspricht einer Steigerung um 108 Prozent.

Bei den Vermögensdelikten sind die Straftaten ebenfalls um drei Prozent auf 1079 Straftaten gestiegen. Deutlich zugenommen haben die Einbruchdiebstähle auf 70 Fälle und sich damit mehr als verdoppelt. Ebenfalls fast verdoppelt haben sich die Ladendiebstähle auf 82. Dafür hatte die Polizei deutlich weniger Diebstähle aus Fahrzeugen zu bearbeiten.

Grosse Dunkelziffer bei der Cyber-Kriminalität

Bei der digitalen Kriminalität hatte die Kantonspolizei Obwalden 410 Delikte zu bearbeiten. Dies entspricht einer Steigerung von 39 Prozent zum Vorjahr (294 Straftaten). Im Bereich der Cyber-Delikte gibt es einen signifikanten Anstieg beim Phishing, beim Cyber-Betrug oder bei Cyber-Sexualdelikten. Hier fällt laut der Kantonspolizei insbesondere der Anstieg bei verbotener Pornografie ins Gewicht, welcher von vier auf 16 Fälle gestiegen ist. Es sei davon auszugehen, dass im Bereich der digitalen Kriminalität ein riesiges Dunkelfeld vorliege, da viele Personen Delikte gar nicht melden, so die Kantonspolizei Obwalden.

Bei der Betäubungsmittelkriminalität gab es im vergangenen Jahr deutlich weniger Straftaten und eine Reduktion um 50 Prozent. Die Verstösse gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz sind im Vorjahr insgesamt auf dem gleichen Niveau geblieben.

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