Für Stadtklima und Biodiversität

Kriens soll 1000 zusätzliche Bäume erhalten – einige davon beim Stadtplatz

Der Stadtrat will damit die Biodiversität fördern und Kriens besser auf Hitzewellen vorbereiten. Private sollen ebenfalls einen Beitrag leisten.

Seit der Eröffnung des Krienser Stadtplatzes 2019 steht dieser in der Kritik. Zu viel Asphalt, zu wenig Grünflächen, so der Tenor. Es gab politische Vorstösse zu diesem Thema, bisher hat der Stadtrat jedoch eine Begrünung abgelehnt. Das ändert sich nun. «Der Stadtrat ist sich bewusst, welche Strahlkraft der Stadtplatz hat», sagt Bau- und Umweltvorsteher Maurus Frey (Grüne). Und nicht nur das: In einem Planungsbericht setzt er das Ziel, dass bis 2030 in Kriens insgesamt 1000 neue Bäume gepflanzt werden.

Grund für das Vorhaben: Bäume leisteten, insbesondere bei dichter Bebauung, einen wichtigen Beitrag für das Wohlbefinden der Bevölkerung und die Biodiversität, wie der Stadtrat im Planungsbericht schreibt. Sie sorgen nicht nur optisch für eine bessere Aufenthaltsqualität. Bei Hitze sei die Temperatur in der Nähe von Bäumen deutlich tiefer. Weiter speichere der unversiegelte Boden Wasser, was der Siedlungsentwässerung zugutekomme, etwa bei Starkregen.

Bevölkerung soll mithelfen

Derzeit gibt es in Kriens in der Bauzone rund 18'000 Bäume. Wo die zusätzlichen gepflanzt werden sollen, ist grösstenteils noch nicht konkret festgelegt. Der Stadtrat listet folgendes Potenzial auf: 296 Bäume an öffentlichen Strassen, 388 an Privatstrassen, 166 auf öffentlichen Plätzen/Anlagen, 53 auf Schulanlagen und 100 in bestehenden Hecken. «Dieses Potenzial bis 2030 voll auszuschöpfen, ist aber nicht realistisch», sagt Frey. Daher soll die Bevölkerung mithelfen, um auf 1000 zu kommen.

«Es wird eine Challenge, die Privaten zu motivieren.» Dies soll nicht mit rechtlichen Verpflichtungen passieren, sondern durch Anreize wie finanzielle und fachliche Unterstützung, Abgabe von Gratispflanzen für Gärten oder Wettbewerbe. Weiter sei zur Berechnung ein noch zu definierendes Baum-Äquivalent geplant. Heisst: So und so viele Sträucher gelten als ein Baum.

Chilbi soll auf dem Stadtplatz bleiben

Als konkrete Standorte sind im Planungsbericht der erwähnte Stadtplatz, die Freizeitanlage Langmatt und das Meiersmattschulhaus aufgeführt. Beim Stadtplatz besteht die Herausforderung, dass Anlässe wie die Chilbi weiterhin darauf stattfinden sollen. «Vorgesehen sind eine Teilentsiegelung des Platzes, zusätzliche Bäume am Rand und mobile Bepflanzungen», sagt Frey. Konkrete Pläne seien in Ausarbeitung. «Zuerst aber wollen wir die Meinung des Parlaments hören.» Die Kosten für die Stadtplatz-Aufwertung werden auf 40'000 Franken geschätzt, wobei sich allenfalls der Kanton beteiligt.

Die Freizeitanlage Langmatt soll in Richtung Obernau um die dortige Wiesenfläche erweitert werden. Es sind neben Baumpflanzungen weitere ökologische Aufwertungen vorgesehen, es soll zudem ein Lernraum für die Schule entstehen. Die Planungen laufen derzeit, sagt Frey. Weitere Infos sollen im November folgen. Der Stadtrat rechnet mit Kosten von rund 310’000 Franken für die Stadt, weitere 455’000 Franken sollen durch Kantons- und Bundesbeiträge finanziert werden. Die Realisierung ist in Etappen von 2024 bis 2027 geplant.

Beim Hang neben dem Meiersmattschulhaus ist ab 2028 im Zusammenhang mit einem Hochwasserschutzprojekt ein öffentlicher Obstgarten vorgesehen. Gerechnet wird mit Kosten von 140’000 Franken.

Gesamtkosten von rund 1 Million

Der Startschuss zur 1000-Bäume-Aktion soll noch dieses Jahres fallen – durch eine kleine Pflanzung mit Schulklassen beim Friedhof Anderallmend, sagt Frey. Um das Ziel zu erreichen, sei insgesamt rund eine Million Franken vorgesehen, schreibt der Stadtrat. Ein Teil davon soll durch Kantons- und Bundesbeiträge gedeckt werden. Der konkrete Mitteleinsatz würde jeweils im Rahmen des Jahresbudgets vom Stadtrat vorgeschlagen und bewilligt.

Um den Stand der Baumpflanzungen mitverfolgen zu können, ist ein laufendes Monitoring geplant. Ausserdem will der Stadtrat die Pflege der bestehenden Bäume verbessern und etwa möglichst grosse Laubkronen ermöglichen, um die Vitalität der Bäume zu erhöhen. Weiter sollen im öffentlichen Raum gefällte Bäume konsequent ersetzt werden. Eine entsprechende rechtliche Pflicht ist im Rahmen der Ortsplanungsrevision geplant.

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