Zwei Abdeckungen, eine Tunnelverlängerung, zwei Querverbindungen für Velofahrer und Fussgängerinnen: So sieht das Projekt der A2-Überdachung im Gebiet Arsenal und Schlund in Kriens aus. Seit Sonntag ist es einen wichtigen Schritt weiter: Die Krienser Stimmbevölkerung sagt mit 78,7 Ja- zu 21,3 Prozent Nein-Stimmen deutlich Ja zum städtischen Beitrag von 26,5 Millionen Franken. Dies teilt die Stadt Kriens am Sonntag mit. Die Stimmbeteiligung beträgt 47,18 Prozent.

«Die Freude ist riesig! Wir sind sehr glücklich über die grosse Zustimmung der Stimmberechtigen zum Sonderkredit», wird Stadtpräsidentin Christine Kaufmann (Mitte) in der Mitteilung zitiert. Und weiter: «Das überzeugte Ja der Krienserinnen und Krienser ist die Anerkennung für die langjährigen harten Verhandlungen und auch für die Bereitschaft zur Lösungsfindung.» Das Jahrhundertprojekt Bypass werde dadurch verbessert, indem die Quartiere miteinander verbunden und zusätzliche Lärmschutzmassnahmen umgesetzt würden.
Sie sei zwar zuversichtlich gewesen bezüglich der Zustimmung, «aber mit einem solch deutlichen Resultat hätte ich niemals gerechnet», ergänzt Kaufmann auf Anfrage. Dem Stadtrat sei es offensichtlich gelungen, die Bevölkerung von dieser «einmaligen Chance» zu überzeugen. Denn bei einem Nein wäre «der Zug definitiv abgefahren» gewesen. Was den Fünftel an Nein-Stimmen betrifft, so seien darunter wohl viele, die sich generell gegen den Bypass und überhaupt Strassenausbauprojekte stellten. «Doch auch sie werden sehen, dass das Projekt allen nützen wird, unter anderem dank zusätzlichen Grün- und Freiräumen», sagt Kaufmann.

«Betroffene Bevölkerung setzt starkes Zeichen»
Auch das überparteiliche Komitee «BypassPlus», dem alle Krienser Parteien von links bis rechts angehören, nimmt das Resultat gemäss einer Mitteilung «mit grosser Freude zur Kenntnis». Komitee-Präsidentin und Mitte-Kantonsrätin Michèle Albrecht wird wie folgt zitiert: «Wir haben mit BypassPlus über Jahre dafür gekämpft, dass Kriens beim Bypass nicht nur Belastungen trägt, sondern auch einen echten Mehrwert erhält. Heute hat die direkt betroffene Bevölkerung ein starkes Zeichen gesetzt. Für mich persönlich ist das nach vielen Jahren intensiver politischer Arbeit ein besonderer Moment – und zugleich der Auftakt zur nächsten entscheidenden Etappe.»
Damit spricht Albrecht die Abstimmung vom kommenden 29. November an, bei der die Bevölkerung in allen Gemeinden über den kantonalen Beitrag von rund 49 Millionen Franken an die Überdeckung befinden wird. Das deutliche Resultat aus der direkt betroffenen Stadt Kriens habe Signalwirkung. Stadtpräsidentin Christine Kaufmann sieht es ähnlich und sagt: «Wir erachten dieses starke Resultat als wichtiges Zeichen für die kantonale Abstimmung Ende November.»
Insgesamt kostet das Projekt, mit dessen Umsetzung frühestens 2037 begonnen wird, rund 186,5 Millionen Franken. Den grössten Anteil übernimmt das Bundesamt für Strassen (Astra) mit rund 112 Millionen Franken. Dieser Beitrag ist bereits gesichert.
Der Krienser Einwohnerrat hatte dem städtischen Beitrag bereits im März ohne Gegenstimme zugestimmt. Auch auf kantonaler Ebene ist die politische Abstützung breit: Die Verkehrs- und Baukommission unterstützte die Vorlage einstimmig, der Kantonsrat stimmte ihr im Mai mit 114 Ja, 0 Nein und 3 Enthaltungen zu.


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