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Aufwertung

Autobahn-Abdeckungen in Kriens: Jetzt ist klar, wer wie viel bezahlt

Mit dem Bau des Autobahnprojekts Bypass soll in Kriens auch die A2 massiv aufgewertet werden. Die Kosten dafür betragen 186 Millionen Franken. So wird der Betrag aufgeteilt.
Die Autobahn A2 in Kriens mit dem Tunnel Schlund auf der rechten Seite.
Bild: Dominik Wunderli
(26. 1. 2026)

Auf einer Länge von mehr als einem Kilometer verläuft die Autobahn A2 offen durch Kriens und teilt die Stadt in zwei Hälften. Das soll sich ändern. An drei Stellen sind grössere Überdeckungen geplant, die das Siedlungsgebiet massiv aufwerten sollen. Nach längeren Planungen haben die Projektpartner am Montag bekannt gegeben, wie hoch die Kosten ausfallen dürften: Gerechnet wird mit rund 186 Millionen Franken. Der Betrag soll so aufgeteilt werden:

  • Das Bundesamt für Strassen (Astra) übernimmt mit 111,92 Millionen Franken 60 Prozent der Kosten. Es soll auch für die Bauherrschaft verantwortlich sein.
  • Der Kanton Luzern bezahlt 48,5 Millionen Franken und damit einen Anteil von 26 Prozent.
  • Auf die Stadt Kriens entfallen 26,12 Millionen beziehungsweise 14 Prozent der Kosten.

Die Beiträge des Kantons und der Stadt müssen noch von den jeweiligen Parlamenten und danach vom Stimmvolk bewilligt werden. Die Krienser Abstimmung ist im September vorgesehen, die kantonale im November. Der Bundesbeitrag wird aus dem Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrs-Fonds (NAF) finanziert und ist bereits gesichert. Konkret sind diese Teilprojekte vorgesehen:

  • Überdeckung Arsenal/Rösslimatt beim Südpol mit einer Länge von 250 bis 300 Metern.
  • Verlängerung des Tunnels Schlund um 130 bis 150 Meter.

Schon länger bekannt ist, dass beim Sonnenbergportal die Grosshofbrücke mit einer Länge von rund 240 Metern entstehen soll. Diese ist Bestandteil des Autobahn-Ausbauprojekts Bypass, das total rund 1,7 Milliarden Franken kosten soll und vom Bund alleine finanziert wird.

Baustart voraussichtlich erst 2037

Die Überdachungen Arsenal/Rösslimatt und Schlund sollen als eigene Projekte, aber zeitgleich mit dem Bypass gebaut werden. Die Projektpartner rechnen mit der Realisierung von 2037 bis 2041. Für den Bypass rechnet das Astra mit einer Bauzeit von 15 Jahren, wann die Arbeiten beginnen, ist wegen hängiger Beschwerden noch unklar.

Obwohl es noch lange dauert bis zum Baustart, soll bereits 2026 abgestimmt werden. «Damit wollen wir Planungssicherheit für die nächsten Schritte schaffen», sagt der Luzerner Regierungsrat Fabian Peter (FDP). Für spätere Kostensteigerungen wegen der Teuerung seien keine Zusatzkredite nötig. «Inhaltliche» Kostensteigerungen erwarte man nicht, ergänzt Astra-Direktor Jürg Röthlisberger.

Krienser Beschwerde vor dem Rückzug

Ursprünglich wollte sich das Astra nicht an weiteren Überdachungen beteiligen. Der Meinungsumschwung ist auch dem Einsatz der Krienser Politik zu verdanken. Sämtliche Parteien sowie die Stadt haben sich jahrelang für eine Abdeckung der A2 im Rahmen des Bypass-Projekts eingesetzt – auch mit rechtlichen Mitteln. Eine Beschwerde der Stadt gegen den Bypass ist nach wie vor hängig. Diese soll nun zurückgezogen werden, sofern der Kantonsrat und der Krienser Einwohnerrat der Finanzierung zustimmen, wie Stadtpräsidentin Christine Kaufmann (Mitte) sagt.

Die Autobahn A2 in Kriens, im Vordergrund das Gebiet Arsenal/Rösslimatt.
Bild: Pius Amrein (Kriens, 11. 1. 2024)

Wie ist der Kostenteiler zustande gekommen? Der Astra-Anteil von 60 Prozent stellt laut Jürg Röthlisberger das gesetzliche Maximum dar, da es sich bei den Überdachungen nicht direkt um ein Nationalstrassenprojekt handelt. Beim Kantons- und Stadtanteil habe man berücksichtigt, wer wie viel zu leisten vermöge, führt Fabian Peter aus. Der Kanton sei bereit, einen Beitrag zu leisten. Dies, weil es ihm wichtig sei, dass es mit dem Gesamtprojekt Bypass vorwärtsgeht und weil die Überdachungen für die Bevölkerung bedeutend seien. Aus Krienser Sicht ist der Kostenteiler «fair», fügt Christine Kaufmann an. Sie erwähnt weiter, dass das betroffene Gebiet Luzern Süd auch aus kantonaler Perspektive einen wichtigen Entwicklungsschwerpunkt darstelle. Dort sind in den nächsten Jahren Überbauungen mit 10'000 bis 15'000 neuen Wohn- und Arbeitsplätzen geplant.

«Gebiete, die getrennt sind, wachsen zusammen»

Auf den Überdachungen selbst sollen keine Überbauungen, sondern Grünflächen, Freiräume und neue Wegverbindungen entstehen. «Die Autobahn wird dadurch siedlungsverträglicher», sagt Kaufmann. Es gebe weniger Lärm, mehr Sicherheit, bessere Verbindungen, kürzere Wege. «Gebiete, die getrennt sind, wachsen zusammen.»

Bei verschiedenen Organisationen kommt die nun präsentierte Lösung gut an. Das überparteiliche Krienser Komitee «BypassPlus», der kantonale Gewerbeverband sowie der TCS äussern sich in Mitteilungen positiv dazu.

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