In den 1960er- und 1970er-Jahren befand sich die Gesellschaft in einem Wandel, es wurden Lebensformen erprobt, die zuvor kaum denkbar gewesen wären. Es entstanden Kommunen, welche vielen Konventionen entsagten, Häuser wurden besetzt, freie Formen der Liebe praktiziert. Über all dem schwebte die Hoffnung auf gesellschaftliche Veränderungen.
Und wo stehen die Freigeister jener vom Umbruch geprägten Zeit heute? Die meisten von ihnen sind im Ruhestand, und viele experimentieren mit neuen Wohnformen, die das gemeinsame Altern leichter machen. Sei das ein ökologisch nachhaltig geprägtes Quartier oder sogenannte partizipative Nachbarschaften, wo das Gemeingut und Teilen oberste Priorität haben. Wie sähe die Gesellschaft heute aus, wenn sich die Utopien dieser Aktivistinnen und Aktivisten von einst erfüllt hätten und nicht durch den Individualismus verdrängt worden wären?
Hätten solche Lebensformen Zukunft?
In seinem neuen Dokumentarfilm «Nos utopies communautaires» porträtiert der Schweizer Regisseur Pierre-Yves Borgeaud Menschen von damals und zeigt auf, wie viele von ihnen auch heute noch auf der Suche nach Gemeinschaft und vielleicht auch der freien Liebe sind. Ist das heutzutage überhaupt noch denk- und praktizierbar? Haben solche Formen des Zusammenlebens unter den Voraussetzungen der Gegenwart und den sich abzeichnenden Herausforderungen der Zukunft überhaupt eine Chance?
Der Fliz Filmclub Zug zeigt «Nos utopies communautaires – Die Kunst des Zusammenlebens» am Montag, 11. September, um 20 Uhr im Kino Gotthard Zug. Der Regisseur sowie ein Vertreter der Zuger Wohnbaugenossenschaft W’Alter sind für ein Saalgespräch vor Ort. (fae)

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