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Stadt Luzern

Mehr Fälle und Gefährdungsmeldungen – die KESB soll mehr Personal erhalten

Der Aufwand steigt auch wegen komplexerer Fälle, demografischem Wandel und der Digitalisierung.

Mehr Gefährdungsmeldungen und mehr hängige Verfahren: Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde der Stadt Luzern (KESB) hat alle Hände voll zu tun. Seit 2020 steigt die Zahl der Meldungen stetig an. «In den vergangenen vier Jahren hat sich diese Zunahme deutlich verstärkt», schreibt der Luzerner Stadtrat im Bericht & Antrag, in dem er beim Stadtparlament eine Aufstockung der Mittel für die KESB beantragt.

2021 waren bei der Behörde 459 Verfahren hängig. Ende 2023 ist der Stapel unerledigter Fälle auf 575 angewachsen. Bereits 2023 beschloss daher der Grosse Stadtrat eine Erhöhung der Stellenprozente der KESB. Trotz mehr Mitteln: Der Stapel wuchs inzwischen zu einem Berg heran. Ende 2024 waren es 604 hängige Verfahren. Ende 2025 lag die Zahl bei 794. Gleichzeitig stiegen auch die generellen Fallzahlen: Von rund 1400 Verfahren im Jahr 2023 auf rund 1700 Ende 2025.

Gesellschaft braucht mehr professionelle Hilfe

Doch damit nicht genug: «Neben der quantitativen Zunahme der Fallzahlen zeigt sich zudem, dass die Fälle inhaltlich deutlich herausfordernder werden», schreibt der Stadtrat im B&A. Dazu führen können etwa mehr Beteiligte bei den Verfahren oder wenn verschiedene Sprachen involviert sind. Sprich: Die Verfahren werden generell aufwendiger. Auch andere Behörden kennen die Herausforderungen, so etwa psychiatrische Institutionen oder Kinderkliniken. Die Gesellschaft ist «zunehmend auf professionelle Hilfe angewiesen», so der Stadtrat.

Weitere Faktoren spielen ebenfalls mit: der demografische Wandel oder die Einführung der erweiterten Meldepflicht 2019. Und auch die Digitalisierung spielt eine Rolle: Seit 2023 verfügt die KESB über ein digitales Fallführungsprogramm, «während bestehende Akten weiterhin papierbasiert bleiben». Letztere müssen gescannt und archiviert werden – auch das benötigt Zeit.

Nachtragskredit für rasche Umsetzung

All diese Faktoren bedeuten für die Kanzlei, Behördenmitglieder und den Rechtsdienst mehr Aufwand. Mit 280 zusätzlichen Stellenprozenten will der Stadtrat die Situation entspannen. Davon sollen je 100 Stellenprozente im Rechtsdienst und in der Kanzlei eingesetzt werden, 80 weitere Prozente bei den Behördenmitgliedern.

Für die Stellenaufstockung beantragt der Stadtrat beim Grossen Stadtrat einen Sonderkredit von 4,3 Millionen Franken. Damit die zusätzlichen Stellenprozente möglichst rasch genutzt werden können, soll das Stadtparlament nach Wünschen der Exekutive auch einen Nachtragskredit von rund 250'000 Franken zum Budget 2026 bewilligen.

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