Uri

«Kein Arbeitstag ist wie der andere»

Der nationale Spitex-Tag vom Samstag, 3. September, macht auf die Systemrelevanz der Pflegeberufe aufmerksam. Drei junge Urnerinnen haben kürzlich die Lehre bei der Spitex Uri in Angriff genommen und blicken auf ihre ersten Einsätze zurück.
Trotz Hürden in der Pflegebranche: Die Mitarbeitenden der Spitex Uri lassen sich den Spass an der Arbeit nicht nehmen.  (Bild: PD)
Von links: Lorine Imholz, Ronja Ziegler und Angelina Epp schätzen an ihrer Tätigkeit den Kontakt zu den Menschen. (Bild: Remo Infanger (Schattdorf, 25. August 2022) )

Remo Infanger

Remo Infanger

Es sind keine einfachen Zeiten für die Pflegebranche. Sie sieht sich wachsenden Herausforderungen gegenüber: Mit dem demografischen Wandel wird die Bevölkerung immer älter und die Menschen wollen gleichzeitig länger zu Hause bleiben. Damit steigt der Pflegebedarf, doch vielerorts fehlen Fachkräfte dafür. Die Coronapandemie machte diese Situation alles andere als leichter, damit verbundene Hürden im Pflegealltag sind bekannt.

Gerade deswegen nimmt die Bedeutung des Pflegeberufs in der Gesellschaft stetig zu. 17,9 Millionen Leistungsstunden haben die Non-Profit-Spitex-Organisationen der Schweiz im vergangenen Jahr verrichtet, wie aus den Zahlen von Spitex Schweiz zu entnehmen ist. Die Spitex Uri leistete 50'000 Stunden oder 81'850 Einsätze. Diese Systemrelevanz will der nationale Spitex-Tag vom Samstag, 3. September, in den Fokus rücken. «Modern und systemrelevant» heisst das diesjährige Motto des Spitex-Tags. Damit wird auch auf die zahlreichen, attraktiven und vielfältigen Berufsfelder bei der Spitex aufmerksam gemacht.

Neue Menschen und Orte kennen lernen

Drei junge Urnerinnen, die sich für den Pflegeberuf entschieden haben, sind Angelina Epp aus Erstfeld, Lorine Imholz aus Bürglen und Ronja Ziegler aus Bauen. Die drei angehenden Fachfrauen Gesundheit haben vor einem Monat ihr erstes Lehrjahr bei der Spitex Uri in Angriff genommen. Die Antworten auf die Frage, warum die Wahl auf diesen Beruf fiel, haben alle einen gemeinsamen Nenner, den sie stark betonen: der Kontakt zum Menschen und die abwechslungsreichen Tätigkeiten im Alltag. «Ständig lernt man neue Leute und auch Orte kennen, man ist unterwegs. Kein Tag ist wie der andere, das macht es für mich so spannend», erzählt Lorine Imholz. «Nebst den Besuchen bei den Klientinnen und Klienten machen auch die digitalen Aufgaben für mich den Arbeitstag abwechslungsreich», ergänzt Ronja Ziegler.

Besonders schätzen die 15- bis 16-Jährigen die Dankbarkeit. Denn viele wünschen sich, auch im hohen Alter zu Hause bleiben zu können. Dass die Lernenden mit ihrer Arbeit dazu beitragen, diese Wünsche zu erfüllen, sei eine grosse Motivationsspritze. «Bereits bei meinen ersten Einsätzen habe ich gemerkt, wie sehr unsere Arbeit wertgeschätzt wird – sowohl bei den Menschen, die wir pflegen, als auch bei deren Angehörigen», sagt Angelina Epp. Die Leute glücklich zu sehen, wenn man nach dem Einsatz wieder geht, sei ein tolles Gefühl.

Zeit für einen Schwatz bleibt

Zeit für lange Gespräche mit den Klientinnen und Klienten bleibt aber nicht – und trotzdem: «Ich finde es schön, dass bei der Arbeit die Möglichkeit für einen Schwatz besteht und dass man so auch deren Geschichten kennen lernt», betont Ronja Ziegler.

Ein Monat ist vergangen, seit die drei Lernenden bei der Spitex Uri angefangen haben, mittlerweile hätten sie sich im Pflegebetrieb schon gut eingelebt. «Am ersten Tag war ich etwas nervös, wusste noch nicht genau, was alles auf mich zukommt», erinnert sich Ronja Ziegler. «Wir wurden dann aber von allen schön begrüsst, sogar mit einer Willkommenstafel. Das hat mir die Nervosität schnell genommen.» Angelina Epp ergänzt: «Der Zusammenhalt im Team ist grossartig. Man kann jederzeit auf alle zugehen.» Positiv überrascht worden sei Lorine Imholz von den hauswirtschaftlichen Einsätzen. «Ich war zu Beginn skeptisch, denn ich bin doch FaGe», so Imholz. «Doch schnell merkte ich, wie die hauswirtschaftlichen Einsätze den Alltag durch die grosse Abwechslung bereichern. Man wird dadurch auch sehr selbstständig.»

Für eine Zwischenbilanz sei es nach einem Monat bei der Spitex Uri nicht zu früh: «Die Arbeit ist extrem vielseitig und macht grossen Spass, wir freuen uns auf die drei Lehrjahre», sind sich Angelina Epp, Ronja Ziegler und Lorine Imholz einig.

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