Roger Rüegger
Roger Rüegger
Der 13. ist für Glenda Müller eine Glückszahl. Die Kanadierin aus Sonnybrook hat am 13. November in Aarau das Finale des «Brot-Chef» gewonnen. Der Wettbewerb des Berufsverbands Bäckerei und Confiserie Schweiz stand in diesem Jahr zum ersten Mal nur noch den Lernenden offen. Die Organisatoren ermöglichen dadurch jungen Leuten die Chance, mit ihrem Handwerk zu glänzen und den tollen Beruf einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Denn in der Berufsfachschule wurde vor Publikum gearbeitet.
Die 20-jährige Müller hat diese Plattform eindrücklich genutzt. Sie lässt sich bei «Ehliger Bäckerei - Konditorei - Confiserie» in Hochdorf zur Bäckerin-Konditorin ausbilden. Dafür hat sie ihr Elternhaus in Übersee verlassen und sich vorübergehend im Seetal niedergelassen. «In Kanada wäre für mich eine ähnlich umfangreiche Berufsausbildung in dieser Branche nicht möglich», sagt sie.
Wettbewerb als Vorbereitung für die LAP nutzen
Die drei Finalistinnen und Finalisten mussten beim Wettbewerb in 4,5 Stunden zehn Produkte herstellen. Für Müller war die Herausforderung, in einem vorgeschriebenen Zeitraum diverse Aufgaben zu erfüllen, Neuland: «Wir mussten Fragen von Experten beantworten und unsere Ergebnisse wurden bewertet. Bei der Arbeit war ich jedoch im Element und wurde daher kaum abgelenkt.» Eine Prüfung habe sie bis heute noch nie ablegen müssen, aber genauso wie in Aarau stelle sie sich eine vor. «Insofern war es eine super Vorbereitung für den Lehrabschluss im nächsten Jahr», ist sie überzeugt.
Auf das Finale hat sie sich vorbereitet. Wir wussten etwa, was von uns erwartet wird, weshalb ich das Programm vorab zu einem grossen Teil durchspielen konnte. Worauf sie sich nicht vorbereiten konnte, war das Speed Baking. Dabei musste sie in fünfmal fünf Minuten Aufgaben lösen, die durch fachliches Geschick und Kreativität gelöst werden und auch zur Unterhaltung des Publikums dienen.
Vom Wettbewerb habe sie viel profitiert und dabei einiges gelernt. «Weil wir nicht in unserem gewohnten Umfeld arbeiten konnten, mussten wir aus den Gegebenheiten das Beste herausholen. Das fing bei der Bearbeitung des Teigs mit fremden Maschinen an. Auch die Öfen kannten wir nicht, weshalb es oft darum ging, sich von der Intuition leiten zu lassen», sagt sie.


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