Der Sommer ist zwar schon seit mehreren Tagen in vollstem Gange, und doch steht einer der sommerlichen Kulturhöhepunkte im Kanton Zug erst noch bevor: Das Festival Sommerklänge geht in die 26. Runde und lädt zu fünf sonntäglichen Konzerterlebnissen an nichtalltäglichen Orten. Auch nach einem Vierteljahrhundert ist die Organisation dieser «Wanderbühne», wie die Verantwortlichen Madeleine Nussbaumer und Peter Hoppe es nennen, ein Konzept, für das man den Aufwand nicht scheuen darf. «Wir sind überglücklich, dass es uns angesichts des stets hohen Planungsaufwandes auch dieses Jahr wieder gelungen ist, ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine zu stellen», sagt Peter Hoppe.
Zum Konzept gehören neben den jeweils hochkarätigen Musikensembles die bereits erwähnten, ständig wechselnden Konzertorte. Es sind Räume, die unterschiedlichen Zwecken in allen erdenklichen Bereichen dienen, welche nun für einmal zur Kammermusik-Bühne werden. In diesem Jahr sind es drei markante öffentliche Bauten der Neuzeit, ein Hotelkomplex und ein Gehöft. Traditionell erfährt das Publikum als Auftakt zum Konzert jeweils Spannendes zu Geschichte und Architektur des Ortes.
Kirche, Hotel, Bauernhof und mehr
Das erste Konzert vom 5. Juli füllt die Reformierte Kirche von Hünenberg mit klassisch-romantischen Klängen von Franz Schubert, Ludwig van Beethoven und Felix Mendelssohn. Unter dem Titel «Ein Fest in D-Dur» spielen die Cellistin Ditta Rohmann und der Pianist Alasdair Beatson ein Bouquet von Kompositionen ausschliesslich in dieser Tonart.
Der Ort des zweiten Konzertes vom 12. Juli ist ein bereits vielfach erprobter Raum für konzertante Musik und somit der vielleicht am wenigsten «ausgefallene» in dieser Saison: In der Pfarrkirche Bruder Klaus in Oberwil gibt es unter dem Motto «Die fünfte Stimme» je ein Streichquintett von Wolfgang Amadeus Mozart und Felix Mendelssohn. Die Besetzung: Esther Hoppe und Lena Neubauer (Violine), Lars Anders Tomter und Sào Soulez Larivière (Bratsche) sowie Christian Poltéra (Cello).
Am 19. Juli wird der Steinhauser Gemeindesaal Dreiklang zur Kammermusik-Bühne. Das Konzert «Würde und Freiheit» umfasst je ein Klavierquintett von Johannes Brahms und Florence Price. Letzteres wurde erst nach dem Tod der amerikanischen Komponistin entdeckt und dürfte in diesem Rahmen seine Schweizer Live-Premiere feiern. Interpretiert werden die Quintette vom Ensemble Chamäleon mit der Festival-Leiterin Madeleine Nussbaumer am Piano, Tobias Steymans und Anna Troxler an der Violine, Syliva Zucker an der Bratsche und Jonas Iten am Cello.
Klassik dringt in die Welt der Gastronomie am vierten Konzert vom 26. Juli im Parterre des Park Hotels Zug. Das Bläserensemble Astera mit Yann Thenet (Oboe), Coline Richard (Flöte), Moritz Roelcke (Klarinette), Gabriel Potier (Horn) und Jeremy Bager (Fagott) spielt Werke von Josef Bohuslav Foerster, August Klughardt, Antonín Dvořák und Endre Szervánszky. Das Konzertmotto «Böhm sei Dank!» bezieht sich auf Theobald Böhm (1794-1881). Dieser hatte ein System für die Querflöte entwickelt, das durch eine neuartige Klappenmechanik und zylindrische Bauweise Intonation, Spielbarkeit und Klangvolumen revolutioniert hat.
Rustikal wird die Umgebung am fünften und letzten Konzert am 2. August, wenn die «Musikantenkönige» vom Ensemble Maxjoseph aufspielen – im grossen Scheunentenn des Ruessenhofes bei Walterswil. Georg Unterholzer (Gitarre), Andreas Winkler (Steirische Harmonika), Nathanael Turban (Geige) und Florian Mayrhofer (Tuba) sind bayerische Urgesteine, die in ihren Eigenkreationen traditionelle Volksmusik in einen modernen, zeitgenössischen Kontext stellen. Die vier setzen damit einen deutlichen Kontrastpunkt am Schluss der Sommerklänge 2026.
Eine Besonderheit der «Sommerklänge» 2026 ist die Versteigerung eines eigens für das Festival geschaffenen Gemäldes der Zuger Künstlerin Françoise Nussbaumer. Das grossformatige Kunstwerk (144 × 210 cm) zeigt eine luftige Sommerwiese am Waldrand und ziert das Programmheft.





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