Kultur

«Juizid wyyter so»: Jodlergruppe Bärgröseli Alpnachstad feiert 50-Jahr-Jubiläum

Vor 50 Jahren wurde die Jodlergruppe Bärgröseli Alpnachstad gegründet. Am Samstag feierten die Sänger in Alpnach zusammen mit ihren Familien und Freunden zum Abschluss des Jubiläumsjahrs die Vernissage des Buchs «Juizid wyyter so».
Die 19-köpfige Jodlergruppe Bärgröseli singt in Alpnach im Saal des Gasthaus Schlüssel.
Bild: Rafael Schneuwly (Alpnach, 23. 11. 2024)

«Wenn ihr schon etwas macht, dann stellt etwas Rechtes auf die Beine.» Diesen Ratschlag legt Beat Christen, der Autor des Buchs, einem Mitglied des Jodlerklubs Alpnach in den Mund. Dieser wurde schon 1947 gegründet und blickte 1974 misstrauisch nach Alpnachstad, wo sich die sechs Brüder Erwin, Fredy, Kari, Sepp, Niklaus und Emil Wallimann und ihr Cousin Franz Wallimann von der Alprüti sowie Köbi und Klaus Küng von der Grossrüti daran machten, eine eigene Sängergemeinschaft zu gründen. Im August des gleichen Jahres stiess auch Sepp Gerig zu den jungen Wilden, wie sie von der Bevölkerung genannt wurden.

Weil sich die musikalischen Himmelsstürmer den Ratschlag aus Alpnach zu Herzen nahmen und die Menschen mit ihren Jodelliedern und vor allem mit den zahlreichen selbst komponierten Naturjuizstücken begeisterten, wurden sie bald ein geachtetes Mitglied der Unterwaldner Jodlerfamilie und darüber hinaus eine bekannte Grösse der Schweizer Folklore mit zahlreichen Auftritten im Fernsehen und beim Radio. In Bezug auf das heutige Verhältnis zum Jodlerklub Alpnach kann Präsident Silvan von Rotz Entwarnung geben: «Ich erinnere mich an das Eidgenössische Jodlerfest von 2023 in Zug. Dort durften wir mit den Kollegen aus Alpnach ein paar wunderbare Stunden in bester Jodlerfreundschaft am See verbringen.»

Seit 50 Jahren dabei: Die noch aktiven Gründungsmitglieder der Bärgröseler in der Zunftstube des Gasthaus Schlüssel in Alpnach: Fredy, Sepp, Franz, Erwin und Kari Wallimann (v.l.).
Bild: Rafael Schneuwly (Alpnach, 23. 11. 2024)

Geschichte in Geschichten

Es war ein weiser Entschluss der Findungsgruppe Niklaus Bleiker, Beat Durrer und Silvan von Rotz, dass sie den Journalisten Beat Christen aus Engelberg baten, das Buch zu schreiben. Christen war zwar nach eigener Aussage in Bezug auf Jodellieder und Naturjuizen ein absoluter Laie, doch reizte ihn die anspruchsvolle Aufgabe. Der Buchtitel stammt von Ehrenpräsident Niklaus Wallimann, der 2001 verstarb und den Satz seinen Kameraden als Vermächtnis hinterliess.

Während eineinhalb Jahren arbeitete sich Christen durch Berge von Protokollen und Bildmaterial, besuchte Konzerte und unterhielt sich lange mit Edi Gasser, der ihm das Einmaleins des Naturjodels erklärte. Für Gasser ist ein Juiz wie ein eigener Dialekt, mit dem man Geschichten weitergeben kann. Vielleicht liess sich der Autor davon inspirieren und entschloss sich in den 23 Kapiteln mit Titeln wie «Bitte nicht weinen», «Ein schönes Missverständnis», «Mit weichen Knien» oder «Ma-me-mi-mo-mu» nicht einfach Daten und Namen zu liefern, sondern spannende Geschichten zu erzählen. Diese werden von zahlreichen Fotos ergänzt.

Diese fünf Herren waren massgeblich an der Entstehung des Buches beteiligt: Beat Durrer, ehemaliger Präsident und Initiant des Projekts. OK-Leiter Niklaus Bleiker. Vorjodler und Komponist Fredy Wallimann. Autor Beat Christen. Präsident Silvan von Rotz (v.l.).
Bild: Rafael Schneuwly (Alpnach, 23. 11. 2024)

«Typisch Bergröseler»

Die Buchvernissage war ein gediegener Anlass, an dem auch Landammann Christian Schäli und Regierungsrat Sepp Hess teilnahmen. Im offiziellen Teil sprachen der ehemalige Präsident Beat Durrer und sein Nachfolger Silvan von Rotz über die Entstehungsgeschichte des Buchs, das anschliessend vom Verfasser Beat Christen vorgestellt wurde. Vor der Übergabe der Bücher las Emil Wallimann, Gründungsmitglied und erster Dirigent der Gruppe, zwei Kapitel vor.

Und natürlich durften die Musikbeiträge der 19 Bärgröseler nicht fehlen. Dirigent Marc Zeller wählte sieben Stücke aus, die ausnahmslos von eigenen Mitgliedern komponiert wurden. In diesen Momenten erinnerte man sich an die Worte von Niklaus Bleiker: «Die Verbundenheit zur Heimat und der Tradition wird in den Liedern und Juiz der Bärgröseler hörbar. Durch ihre Authentizität wird dies auch für die Zuhörenden spürbar und sie berühren damit deren Herzen.»

Jubiläumsbuch «Juizid wyyter so»: 40 Franken. CD «Bärglergfiihl»: 28 Franken. Kauf von Buch und CD via www.baergroeseli.ch .
Jahreskonzerte Jodlergruppe Bärgröseli. Alpnachstad. Samstag, 18.10.25 um 20.00 Uhr. Mehrzweckhalle Kägiswil. Dienstag, 21.10.25 um 19.30 Uhr.
Kirchenkonzert Kirche Alpnach. Samstag, 25.10.25 ab 20.00 Uhr.

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