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Unterschächen/Spiringen

Jugendliche gestalten die Zukunft mit

Bei einem Workshop mit der dritten Oberstufe wurde über das Siedlungsleitbild der Gemeinde Unterschächen diskutiert.

Die Gemeinde Unterschächen überarbeitet aktuell ihr Siedlungsleitbild gemäss den kantonalen Planungsrichtlinien. Da dieser Prozess nicht im stillen Kämmerlein stattfinden soll, wurde die Bevölkerung aktiv mit einbezogen. Ein besonderes Augenmerk galt dabei der jungen Generation, da Unterschächen stolze Trägerin des Labels «Jugendfreundliches Bergdorf» ist. Am vergangenen Montag, 16. März, fand deshalb ein Workshop mit der dritten Oberstufe in der Kreisschule statt. Geleitet wurde die Veranstaltung von Martin Imholz von der Firma Plan-Team. Neben Vertretungen des Gemeinderats von Unterschächen waren auch Gemeindevertreter der Nachbargemeinde Spiringen eingeladen. Da es sich um eine Kreisschule handelt und die Jugendlichen aus beiden Gemeinden kommen, war dieser Austausch von grosser Bedeutung. «Viele der diskutierten Themen wie der Verkehr oder die Landschaft hören nicht an der Gemeindegrenze auf, sondern betreffen den gesamten Lebensraum im Schächental», heisst es dazu in einer Mitteilung der Gemeinde.

Die Schülerinnen und Schüler der dritten Oberstufe denken intensiv über Themen wie Verkehr und die Landschaft.
Bild: zvg

Das Label «Jugendfreundliches Bergdorf» verfolgt das Ziel, die Lebensqualität für junge Menschen zu verbessern und ihnen eine echte Mitsprache bei der Dorfentwicklung zu ermöglichen. Die Schülerinnen und Schüler aus Unterschächen und Spiringen diskutierten im Rahmen eines World-Cafés intensiv an vier Themen-Tischen über die Bereiche Siedlung, Verkehr, Landschaft und Gesellschaft. Dabei wurden nicht nur kreative Ideen entwickelt, sondern diese auch direkt bewertet, um die Prioritäten der Jugendlichen sichtbar zu machen.

Massvoller Tourismus und Verbesserungen im öV

Die Auswertung der Resultate zeigt ein sehr klares Bild der jugendlichen Bedürfnisse auf. Ein grosses Anliegen ist es, beim Tourismus massvoll vorzugehen und keinesfalls vom sanften Tourismus zum Übertourismus überzugehen. «Dies deckt sich mit dem strategischen Ziel der Gemeinde Unterschächen, die Landschaftswerte für Natur und Mensch zu erhalten», so die Mitteilung weiter. Ebenfalls eine hohe Resonanz fand der Wunsch nach einem aktiven Dorfleben mit traditionellen Anlässen wie Dorfturnieren oder einer Älplerchilbi.

Im Bereich der Mobilität fordern die Jugendlichen eine konsequente Lenkung des Verkehrs. So wurde der Vorschlag unterbreitet, Parkplätze konsequent kostenpflichtig zu machen. Parallel dazu wünschen sich die Teilnehmenden eine spürbare Verbesserung des öffentlichen Verkehrs, insbesondere einen Halbstundentakt für den Pendlerverkehr sowie einen Nachtbus an den Wochenenden. Auch beim Thema Wohnen und soziale Infrastruktur setzten die Jugendlichen deutliche Zeichen. Preisgünstige Mietwohnungen sind ein wichtiges Anliegen, um den Generationenwechsel im Dorf zu ermöglichen. Die lokalen Restaurants und Alp-Beizli wurden zudem als essenzielle Treffpunkte für das gesellschaftliche Gefüge hervorgehoben.

Ein weiterer wichtiger Aspekt war die nachhaltige Energienutzung. Die Jugendlichen sprachen sich für den Ausbau der Solarenergie auf gemeindeeigenen Liegenschaften aus. Auch die Sicherung der Nahversorgung durch den Dorfladen wurde thematisiert. «Die Planungsgruppe werde diese wertvollen Impulse nun prüfen und im weiteren Prozess einarbeiten», wird in der Mitteilung versichert. Wer sich weiter engagieren möchte, könne dies gerne in der Jugendkommission Unterschächen tun. (MZ/zvg)

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