Marion Wannemacher
Marion Wannemacher
Marion Wannemacher
Seit ziemlich genau einem Jahr gibt es das Gleis 3 in Sachseln am Bahnhof. Von dort gelangt man weder Richtung Luzern noch Richtung Brünig. Das Gleis 3 ist die Anlaufstelle für «Menschen mit Lebenserfahrung». Ins Leben gerufen hat sie die Kommission für Altersfragen mit fünf Mitgliedern unter der Leitung der Sachsler Sozialvorsteherin Helene Ettlin-Omlin.
Eine Sandwich-Tafel mit dem Logo von Gleis 3 steht einladend vor dem Jugendbüro. Jeden Montag von 9 bis 11 Uhr können sich hier Senioren beraten lassen, Hilfsdienste von Freiwilligen erfragen oder eigene Hilfe anbieten. Auf den zusammengestellten Tischen liegt die breite Palette der Angebote, 32 an der Zahl. «Wir sind eine Drehscheibe», erklärt Claudia Dillier von der Kommission für Altersfragen Sachseln. Freiwillige Senioren machen jeweils zu zweit ihren Dienst. Diesen Morgen sind es Susanne Wälti und Trudi Lottenbach.
Jugendbüro und Gleis 3 spannen für Aktion während Lockdown zusammen
Ganze siebenmal konnte Gleis 3 sein Büro nach dem Start im vergangenen Jahr öffnen, dann kam der erste Lockdown dazwischen. Das Jugendbüro und Gleis 3 zeigten sich flexibel und bauten gemeinsam die Koordinationsstelle von «Sachslä hilft» auf. 20 Helfer engagierten sich bis vergangenen Juni bei insgesamt 70 Anfragen, halfen älteren Sachslern beim Einkaufen, besorgten Medikamente oder fuhren Patienten zum Arzt.
«Die über 65-Jährigen haben wir angeschrieben, die über 75-Jährigen angerufen, gefragt, wie es ihnen geht und was sie brauchen», erzählt Helene Ettlin.
«Manchmal gab es kurze Gespräche, manchmal auch ganz lange. Auf jeden Fall haben sie es sehr geschätzt.»
Wirklicher Ansturm blieb vermutlich wegen Schwellenangst aus
Als Erfolg erwies sich auch der Sommermittagstreff von Gleis 3 im Gasthof Bahnhof, an dem jeweils rund 20 ältere Sachsler teilnahmen, wie Werner Schleiss von der Kommission berichtet. Vom 25. Mai konnte Gleis 3 wieder regulär öffnen. An 17 Montagen besuchten 19 Frauen und 5 Männer die Anlaufstelle. «Wir vermuten dahinter eine Schwellenangst wegen Corona», äussert Helene Ettlin.
Vielleicht wissen auch noch nicht so viele Sachsler, was sich hinter Gleis 3 verbirgt. Gestern jedenfalls landete eine umfangreiche Ratgeber-Broschüre des Projekts per Post in allen Haushalten der Gemeinde. Sie enthält wichtige Dienstleistungen rund um das Thema Hilfe und Pflege in Sachseln. In der Gemeinde gibt es rund 1000 Menschen über 65 Jahre.
An Vorschlägen für Projekte der insgesamt sechs freiwilligen Mitarbeiterinnen und fünf Kommissionsmitglieder mangelt es nicht. Werner Schleiss kann sich ein Repair-Café vorstellen, wo die Einwohner ihre kaputten Gegenstände abgeben und diese von Freiwilligen reparieren lassen. Claudia Dillier erklärt:
«Wir sind in Abklärung, um herauszufinden, ob Bedarf da ist nach warmen Mahlzeiten, die Freiwillige vom Felsenheim holen und ausliefern könnten oder ob lieber Sachsler abgeholt werden möchten.»
Eine Umfrage wird es dazu im nächsten Gemeindeblatt «iisers Sachslä» geben.
Trudi Lottenbach und Susanne Wälti denken an einen Strick- oder einen Spielnachmittag, möglich seien auch Vorträge von Referenten, Tanznachmittage oder eine Tavolata. «Ideen hätten wir schon», fasst die Sozialvorsteherin zusammen. Und auch für weitere Vorschläge sei man offen. «Freiwillige Helfer mit Ideen dürfen sich gern bei uns melden», sagt sie.
Eigentlich habe man nach einem Jahr eine Auswertung des Angebots von Gleis 3 vornehmen wollen. Nun verlängere sich die Pilotphase, erklärt Sozialvorsteherin Helene Ettlin. Sie sieht es positiv:
«Schön, dass wir noch da sind.»
Gleis 3, Anlaufstelle für Senioren in Sachseln, montags von 9 bis 11 Uhr im Jugendbüro, ausser nächsten Montag, 15. Februar, geschlossen



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