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Schattdorf

Schweizer Komponisten und schaurige Sagenerzählungen begeistern

Der Musikverein Seedorf begeisterte mit seinem Jahreskonzert unter dem Motto «Sagenhaft!». Schweizer Kompositionen und schaurige Sagenerzählungen zogen das Publikum in der Mehrzweckhalle in ihren Bann.
Der MV Seedorf bei seinem Jahreskonzert 2026.
Bild: zvg

Leise Töne und eine sanfte Melodie – für einmal startete das Jahreskonzert des Musikvereins Seedorf unter der Leitung von Michel Truniger ungewöhnlich ruhig, wie es in einer Mitteilung des Musikvereins heisst. Bei dem von Thomas Rüedi arrangierten Volkslied «Du fragsch mi wär i bi» zeigten sich die rund 55 Musikantinnen und Musikanten auf der Bühne gleich zu Beginn auf der Höhe ihrer Aufgabe. Doch mit der Stille war es anschliessend vorbei. In den Erzählungen des Urner Schauspielers und Regisseurs Rolf Sommer hielten nämlich schaurige Gestalten Einzug in die Mehrzweckhalle in Seedorf.

Vom Teufel und fliegenden Schattdorfern

«Sagenhaft!» – so lautete das Motto der Jahreskonzerte 2026. Und mit einer traditionellen Sage aus der Sammlung von Spitalpfarrer Josef Müller begann einer der Höhepunkte der diesjährigen Konzerte: «Divertimento» von Oliver Waespi – bearbeitet von Michel Truniger. Rolf Sommer entwickelte nämlich aus der traditionellen kurzen Sage eine längere Erzählung über die Abenteuer zweier Schattdorfer Nachtbuben. Diese verschmolz «gekonnt» mit der Originalkomposition von Oliver Waespi zu einem Gesamtkunstwerk. Und so erlebte das Publikum den turbulenten Flug der beiden Schattdorfer nach Venedig, ihren Besuch des Hexentanzes und das unverhoffte Auftauchen der erlösenden armen Seele sowohl erzählerisch als auch musikalisch hautnah mit.

Neue Klangfarben

Das rund 55-köpfige Blasorchester präsentierte auch im zweiten Teil der Jahreskonzerte hochstehende Musik von Schweizer Komponisten. Mit «Legenda Rumantscha» stand dabei ein zweites Werk von Oliver Waespi auf dem Programm. Begleitet von einer zweiten Sage von Erzähler Rolf Sommer präsentierte sich der MV Seedorf «sehr spielfreudig». Besonders die für dieses Konzert hinzugezogenen zwei Celli brachten eine aussergewöhnliche Klangfarbe ins Blasorchester. «S’isch äbe-n-e Mönsch uf Ärde» wurde in einer Version von Thomas Rüedi auf die Bühne gebracht. Die vielen auch als «Simelibärg-Lied» bekannte Melodie zählt zu den berühmtesten Schweizer Volksliedern überhaupt und sorgte für einen ruhigen Kontrapunkt.

Uraufführung gelungen

Im Auftrag des Musikvereins Seedorf hat Komponist und Arrangeur Hansjörg Römer mehrere Urner Volkslieder eigens für das «sagenhafte» Konzert neu arrangiert. Die Suite «Mäiteli, wenn dü iberä Gotthard witt» wurde erstmals vor Publikum aufgeführt. Die neuen Arrangements werden nun allen Urner Musikvereinen kostenlos zur Verfügung gestellt. «Mäitäli, wenn dü witt go tanzä», «Alpäroosä-Edelwyyss», «Wätterbrüün wiä Kaffeesatz» und «Iberä Gotthard fliiget d Brämä» umrahmten die Geschichte eines tanzfreudigen Mädchens, eines hoffnungsvollen Vaters und des Teufels, die in der Getschwiler-Kapelle aufeinandertreffen. Die lebendige Uraufführung und der unverhoffte Schluss der «Getschwiler-Sage» begeisterten das zahlreich erschienene Publikum. Dieses feierte Erzähler Rolf Sommer und den MV Seedorf mit grossem Applaus. Mit einem gesanglich vorgetragenen «Zoogä-n-am-Boogä» fanden die beiden Jahreskonzerte ihren gelungenen Abschluss. (zvg)

Das nächste Konzert des MV Seedorf findet am 14. November 2026 in der Mehrzweckhalle in Seedorf statt. Dann wird italienische Musik im Vordergrund stehen.

Erzähler Rolf Sommer beim Jahreskonzert 2026.
Bild: zvg

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