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Abstimmungen

Katholische Kirchgemeinden Luzern und Reussbühl entscheiden sich für Fusion – auch Rontal spannt zusammen

Die Stimmberechtigten der Kirchgemeinden Luzern und Reussbühl haben den Zusammenschluss am Sonntag mit über 94 Prozent Ja-Stimmen gutgeheissen. Auch im Rontal wird dieser Schritt vollzogen: Die Kirchgemeinden Ebikon, Buchrain-Perlen und Root werden zusammengelegt.
Die Kirchenräte aus Luzern und Reussbühl freuen sich vor der katholischen Kirche in Reussbühl über das Abstimmungsergebnis.
Bild: zvg

Die katholischen Kirchgemeinden Luzern und Reussbühl fusionieren. Die Stimmberechtigten haben der Vorlage am Sonntag deutlich zugestimmt: In Reussbühl lag der Ja-Anteil bei 94,1 Prozent, in Luzern bei 95,3 Prozent. Die Stimmbeteiligung betrug 28,1 Prozent in Reussbühl und 31,3 Prozent in Luzern. Die Fusion tritt auf den 1. Januar 2027 in Kraft, sofern die Synode der römisch-katholischen Landeskirche des Kantons Luzern am 6. Mai zustimmt.

Mit dem Ja wird eine Zusammenarbeit auf kirchgemeindlicher Ebene vollzogen, die auf pastoraler Ebene bereits seit 2022 besteht. Künftig sollen Personal, Finanzen, Bauten und Infrastruktur sowie Kommunikation und Marketing gemeinsam organisiert werden. Mit der Fusion wird die Kirchgemeinde Reussbühl in die Kirchgemeinde Luzern aufgenommen. Die neue Kirchgemeinde wird rund 28’000 Mitglieder zählen.

Für Reussbühl sei die Fusion «kein neues Thema, sondern eines, das uns seit rund 20 Jahren begleitet», sagt Kirchenratspräsident Eligius Emmenegger. In Reussbühl habe man schon lange gespürt, dass viele finden, «jetzt muss man vorwärtsmachen». Emmenegger denkt, das habe auch zum deutlichen Resultat beigetragen. Wichtig sei den Leuten, dass die Pfarrei und die Seelsorge vor Ort blieben. «Genau das bleibt auch erhalten.» Die Fusion betreffe nur die kirchgemeindliche Struktur, nicht das kirchliche Leben vor Ort.

Mehr Geld für Reussbühl

Der Zusammenschluss bedeutet für Reussbühl auch gerade finanziell mehr Möglichkeiten. «Dank der Fusion werden wir uns mehr Personalressourcen leisten können, etwa in der Jugend- und Familienarbeit», sagt Emmenegger. Auch grössere Aufgaben und Investitionen liessen sich in einer grösseren Struktur besser tragen. Luzerns Kirchmeierin Stephanie Plersch Jurt wird in einer Medienmitteilung wie folgt zitiert: «Es gibt nur noch einen Kirchenrat, ein Budget und eine Rechnung. Das führt zu Synergieeffekten und mehr Schwung für unsere Weiterentwicklung.»

Die beiden Kirchgemeinden werten das Resultat als starkes Zeichen der Unterstützung für den gemeinsamen Weg, verweisen aber auch auf grössere Herausforderungen: Man habe mit sinkenden Mitgliederzahlen, kleiner werdenden Pfarreien und einem Fachkräftemangel beim theologisch und religionspädagogisch ausgebildeten Personal zu kämpfen.

Auch im Rontal ein sehr klares Ja

Auch im Rontal wurde am Sonntag über eine Fusion abgestimmt: jene der katholischen Kirchgemeinden Buchrain-Perlen, Ebikon und Root. Die drei Pfarreien arbeiten im Pastoralraum bereits seit Jahren zusammen; nun soll auch die staatskirchenrechtliche Ebene zusammengeführt werden. Das Ergebnis war ähnlich deutlich wie in Luzern: Die Stimmberechtigten hiessen die Fusion mit einem Ja-Anteil von insgesamt 92 Prozent gut. Die Stimmbeteiligung lag bei 37 Prozent. Wie in Luzern soll die Fusion zur «Kirchgemeinde Rontal» auf den 1. Januar 2027 hin vollzogen werden, zuvor ist ebenfalls noch die Zustimmung der Synode der Landeskirche nötig.

Urs Kaufmann, Präsident der Kirchgemeinde Ebikon, spricht von einem «vernünftigen und realistischen Schritt». Im ganzen Rontal habe man erkannt, «dass wir enger zusammenrücken und Kräfte bündeln müssen, damit es auch in Zukunft auf tragfähigem Boden weitergeht». Peter Kaufmann, Präsident der Kirchgemeinde Buchrain-Perlen, sagt, die Bevölkerung habe gesehen, «dass diese Fusion räumlich und organisatorisch Sinn macht». Die Verwaltung werde vereinfacht, «damit wir den Schwerpunkt stärker auf Seelsorge und Begleitung legen können».

Auch Cornelia Ettlin, Präsidentin der Kirchgemeinde Root, wertet das Resultat als Vertrauensbeweis: «Die Idee zur Fusion entstand nicht aus der Not, sondern aus Überzeugung. Wir wollten die Strukturen vereinfachen und zukunftsorientiert handeln.» Alle drei freuen sich über die hohe Stimmbeteiligung: «Das haben wir so nicht erwartet.» An den Pfarreiangeboten vor Ort soll sich wenig ändern. «Die Kirche bleibt im Dorf», sagt Urs Kaufmann entsprechend. Die Seelsorge und die Angebote in den einzelnen Pfarreien blieben bestehen, betonen auch seine beiden Kolleginnen und Kollegen.

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