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Vernehmlassung

Schulunterricht im Spital: Luzerner Parteien mehrheitlich für ISV-Beitritt

Die Vernehmlassung zum Beitritt des Kantons Luzern zur Interkantonalen Spitalschulvereinbarung (ISV) ist abgeschlossen. Alle Parteien ausser der SVP unterstützen den Schritt, der den Schulunterricht für hospitalisierte Kinder und Jugendliche kantonsübergreifend regeln soll.
Mit einem Beitritt zur Interkantonale Spitalschulvereinbarung sei die Regelung der Kosten klarer, so die Luzerner Regierung.
Bild: Symbolbild: Sandra Ardizzone

Die Interkantonale Spitalschulvereinbarung (ISV) regelt, wie die Kantone die Kosten für Schulunterricht in Spitälern untereinander abrechnen. Sie sorgt dafür, dass fair ausgeglichen wird, wenn Schülerinnen und Schüler aus einem Kanton in einem Spital eines anderen Kantons unterrichtet werden. Mit dem Beitritt zur ISV, argumentiert die Regierung, würde der Kanton Luzern mehr Sicherheit erhalten: Es sei klar geregelt, welcher Kanton zahlen muss, damit die Kosten gedeckt sind. Zudem würden dadurch Zahlungen an Spitalschulen in anderen Kantonen einfacher abgewickelt.

Die Vernehmlassung zum ISV-Beitritt ist nun abgeschlossen. Nur eine Luzerner Partei stellt sich dagegen. Die SP unterstützt den Beitritt, da so der Zugang zu Bildung für hospitalisierte Kinder und Jugendliche gesichert und Nachteile im Bildungserfolg vermieden würden. Sie befürwortet zudem die Ausweitung der Spitalschulung auf die Sekundarstufe II – welche die Regierung künftig ebenfalls finanziell unterstützen will.

Auch die Grünen sagen Ja, möchten jedoch, dass die Aufnahme des Unterrichts auf Sekundarstufe II ab einem Aufenthalt von mindestens zwei Wochen – statt vorgesehen vier – stattfindet. Die GLP unterstützt den Beitritt ebenfalls, hinterfragt jedoch die Kostenberechnung bei steigenden psychischen Erkrankungen und «ob reines Selbststudium für diese Jugendlichen ausreicht».

SVP gegen «bürokratisches Monster»

Zustimmung gibt es auch bei der Mitte. Die grösste Luzerner Partei hinterfragt aber, warum der Kanton, anders als es die ISV vorschlägt, den Teil Allgemeinbildung im Berufsschulunterricht von der Ausweitung der Spitalschulfinanzierung ausschliessen will. Diese solle auch finanziert werden. Die FDP erachtet eine Ausweitung der Spitalschulfinanzierung «als wichtig und richtig». Die Bildung von Kindern während eines längeren Spitalaufenthalts sei damit gewährleistet und unterstütze den Wiedereinstieg nach der Genesung.

Gegen den ISV-Beitritt stemmt sich die SVP. Für sie ist die ISV «ein bürokratisches Monster, um der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren eine koordinatorische und operative Bedeutung zu geben». Angebote der Spitalpädagogik und kreativen Beschäftigung seien wichtig für die Betreuung kranker Kinder, dürfen sich laut SVP aber nicht am normalen Schulunterricht orientieren. Entscheidend sei eine pädagogische Begleitung, die der besonderen Situation der Kinder gerecht werde und auch kreative Angebote einschliesse. Diese Leistungen sollen als gemeinwirtschaftliche Leistung vom Kanton finanziert und bei ausserkantonalen Hospitalisationen direkt verrechnet werden.

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