Monika van de Giessen
Wer nach Sörenberg kommt, der weiss, was ihn erwartet. Die einen kommen wegen des erstklassigen Jodelgesangs, andere fiebern dem zweiten Teil mit dem Theater entgegen. Unter den 265 Besuchern bei der Premiere am Freitag: Vreny Alessandri-Stadelmann aus Schüpfheim. Als Jodlerin, Dirigentin, Komponistin und Jodelkursleiterin weiss sie, von was sie spricht. «Ich gehe dorthin, wo gut gesungen wird, wo es mir gefällt und Freude macht». Sie war fasziniert von den vielen guten Jodlerstimmen, die abwechslungsweise ihr grosses Können unter Beweis stellten und sagt:
«Jodeln bedeutet für mich Heimat und Fröhlichkeit. Jodelgesang muss von Herzen kommen und zu Herzen gehen».
Eine Premiere erlebten die 22 jodelnden Kinder. In ihren farbigen Edelweisshemden überzeugten sie restlos, unter anderem mit einer Komposition des Luzerner Mundartsänger Kunz «Chlini Händ» (Schrett für Schrett de Bärg doruf) und des Berner Oberländer Alpentainers Trauffer «Müeh mit de Chüeh».
Jodlerklub überzeugt mit gepflegtem Gesang
Nicht nur der Nachwuchs wusste zu gefallen. Auch der Jodlerklub Echo Sörenberg gab einmal mehr die Visitenkarte seines gepflegten Gesangs ab. Seit 26 Jahren steht er unter der Leitung von Marie-Theres Bieri aus Escholzmatt. Klub-Präsident Remo Fallegger dankte der Dirigentin für ihren enormen Einsatz und ihre Fachkompetenz. Der Jodlerklub gefiel in all seinen Vorträgen durch einen runden und satten Chorklang mit wohlklingenden Jodlerstimmen und einer perfekten Intonation und Interpretation. Zu einem Jodlerabend in Sörenberg gehören neben den Jodelliedern auch eine Auswahl von Naturjodel des einheimischen Komponisten, Jodlers und früheren CVP-Nationalrats Thori Schnyder (1930-2008). Dieser war ein geschätzter Vorjodler im Jodlerklub Echo Sörenberg. Mit dem Jutz «Im Schrattegärtli» bewiesen die Gastgeber, dass sie für das Zentralschweizerische Jodlerfest, das vom 28. bis 30. Juni in Horw stattfindet, auf Kurs sind.
Wenn der «Tatort »Konkurrenz erhält
Am Konzertabend in Sörenberg bekommt ausserdem der Fernseh-Krimi «Tatort» Konkurrenz. Die Turnhalle beziehungsweise der Tennisplatz Sörenberg werden Schauplatz eines grausigen Verbrechens. Bereits beim Eingang werden die Konzertbesucher von der, in Schutzanzügen gekleideten Spurensicherung der Kantonspolizei Luzern unter die Lupe genommen. Grund: Der Wildhüter fand auf dem Tennisplatz einen Mann mit einem Messer im Rücken. Kommissar Zihlmann orientiert die Gäste, dass das Opfer im Spital sei, und noch «ein bisschen lebe». Es liege auf der «Endstation». Alles nur Theater! Am Freitag war Premiere des Stücks «Sein letzter Aufschlag» nach einer Idee von Theo Schnider und Franz (Fösu) Schnider. «Es war eine spontane Idee, einmal einen Krimi zu schreiben. Der Tennisplatz gab mir die Inspiration zu diesem Stück», verrät Regisseur Theo Schnider, Direktor der Unesco Biosphäre Entlebuch. Passend zum Geschehen wurden Jodellieder ins Theater integriert. Etwa der «Kriminaltango», der zum «Kriminalrätsel» umgeschrieben wurde oder das traditionelle Lied «Das Haus am Rotseerain». Dieses handelt vom ehemaligen Gefängnis Sedel, heute Musik- und Atelierzentrum.
Hinweis: Weitere Vorstellungen: Mittwoch, 22. Mai, Freitag, 24. Mai und Samstag, 25. Mai. Turnhalle Sörenberg. Beginn jeweils um 20 Uhr. Reservation: www.jk-soerenberg.ch.

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