Ein Reisebüro in der Stadt Luzern soll als wichtiger Umschlagplatz für Drogengelder gedient haben. Insgesamt sollen dort über 7 Millionen Franken umgesetzt worden sein. Das geht aus einer Veröffentlichung des Bundesstrafgerichts von Mitte Dezember hervor.
Es geht um einen albanischen Drogenring, der zwischen März 2022 und Februar 2023 von der Luzerner Polizei engmaschig überwacht wurde. Dazu erhielt Luzern Unterstützung von der italienischen und albanischen Polizei. Es wurden Telefone abgehört, und schnell zeigte sich, dass das erwähnte Reisebüro wohl der Dreh- und Angelpunkt für das Waschen der Drogengelder war.
Täglich mehrere verdächtige Besuche
Die Ermittler registrierten teils mehrmals täglich verdächtige Besuche im Reisebüro – oftmals von Leuten, die der Polizei bereits im Zusammenhang mit Drogenhandel bekannt waren. So sollen im Reisebüro jeweils grössere Beträge einbezahlt und nach Albanien und in den Kosovo verfrachtet worden sein – sowohl per Überweisung als auch in Bar per Kurier. Die Besitzer des Reisebüros führten neben Luzern offenbar noch andere Filialen, unter anderem in Basel und im Kosovo.
Die Ermittlungen führten vom Reisebüro weiter in die Baubranche. Dort sollen weitere Involvierte, teils mit eigener Baufirma, mit fiktiven Rechnungen Geld gewaschen haben.
Gesuch um Haftentlassung abgelehnt
Im September 2024 wurden in Luzern insgesamt sechs Personen verhaftet, darunter der Besitzer des Reisebüros und seine Söhne. Schweizweit wurden bisher sogar über 40 Personen festgenommen – alle sollen einen Bezug zum Reisebüro in Luzern haben, wie das Bundesstrafgericht schreibt.
Für die Verhafteten gilt die Unschuldsvermutung. Einer von ihnen hat gegen die U-Haft Beschwerde eingereicht und ist nun vor dem Bundesstrafgericht abgeblitzt, wie einem Entscheid von Mitte Dezember zu entnehmen ist. (rk)

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