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Schule

In Kriens steigt die Kinderzahl noch stärker als gedacht

Höhere Geburtenrate, neue Familienquartiere: Kriens rüstet sich auf einen massiv höheren Bedarf an Schulraum.

Dass die Stadt Kriens stark wächst, ist bekannt: Vor allem im Raum Mattenhof / Luzern Süd sind in jüngster Zeit Tausende neuer Einwohnerinnen und Einwohner zugezogen. Und die Bautätigkeit geht weiter – so folgen die Hochhäuser Nidfeld und Pilatus Tower, die Überbauungen Mattenplatz, Schällenmatt und Eichhof West.

Kein Wunder, hat die Stadt Kriens schon 2021 davor gewarnt, dass es bald zu wenig Schulhäuser gibt. Inzwischen hat sie die Schulraumplanung aktualisiert – und realisiert, dass die Schülerzahlen noch stärker steigen werden als 2021 angenommen. Dafür gibts zwei Gründe: Die Geburtenrate in Kriens ist deutlich höher als in den früheren Jahren – bald werden diese Kinder Schulraum benötigen.

Bell-Areal sorgt für Kinderboom

Und auch wenn die grossen Neubaugebiete in Luzern Süd meist keine klassischen Familienquartiere sind, so wird spätestens 2031 ein grosser Schub erwartet: Dann soll nämlich die Wohnüberbauung auf dem Bell-Areal eröffnet werden. Die Stadt erwartet dort einen hohen Kinderanteil.

Im aktuellen Bericht zur Schulraumplanung, der dem Einwohnerrat vorgelegt wird, rechnet die Stadt mit folgender Entwicklung der Schülerzahlen:

Kindergarten: Die Anzahl Klassen soll von heute 28 auf 33 im Jahr 2035 steigen.

Primarschule: Besuchen heute rund 1700 Krienser Kinder die Primarschule, so wird voraussichtlich im Jahr 2031 die Marke von 2000 Kindern überschritten. Entsprechend wird auch die Anzahl Primarklassen von heute 88 auf 107 im Jahr 2035 ansteigen.

Sekundarschule: Auch hier wird mit einer Zunahme von rund 50 Prozent gerechnet: Von heute 640 Jugendlichen auf über 900 im Jahr 2035. Die Zahl der Klassen (ohne Sport-Sek) wird entsprechend von 36 auf 48 steigen.

Klar ist: Mit dem heute vorhandenen Schulraum sind diese stark steigenden Schülerzahlen nicht zu bewältigen. Der Schulraumbericht stellt die Basis für die Weiterentwicklung der Schulinfrastruktur, wovon aber vieles noch offen ist. Fix eingeplant sind zurzeit die Aufstockung der Schulanlage Roggern und der Erweiterungsbau im Schulhaus Obernau (für Gruppenräume und Tagesbetreuung).

Das Schulhaus Roggern in Kriens.
Bild: Boris Bürgisser (5. 2. 2021)

Weiter ist auch eine Aufstockung des Provisoriums auf der Schulanlage Kuonimatt geplant. Doch das allein wird langfristig die Platzprobleme im Raum Kuonimatt nicht lösen. Denn dort braucht es in zehn Jahren doppelt so viele Kindergarten- und Primarklassen wie heute. Das Kuonimatt hat somit klar den höchsten Ausbaubedarf aller Krienser Schulhäuser.

Schulhaus Grabenhof bleibt eine Option

Doch viel Spielraum für Erweiterungen gibt es auf dem Kuonimatt-Areal nicht mehr. Hinzu kommt, dass auch die einst geplante Erweiterung der Schulanlage Roggern auf der Bosmatt-Wiese mittlerweile vom Tisch ist. Der Krienser Stadtrat hat die Fühler auch zu den Nachbargemeinden ausgestreckt und angefragt, ob eventuell neue Sekundarschulhäuser im Raum Allmend/Luzern Süd ein Thema sind. Doch die Antworten aus Luzern und Horw waren abschlägig. Den grössten Trumpf, den die Stadt Kriens zurzeit in Luzern Süd im Ärmel hat, ist das Areal Grabenhof. Dort befinden sich zurzeit Schrebergärten. Doch längerfristig soll dieses Areal als Landreserve für einen möglichen neuen Schulstandort dienen.

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