notifications
Luzern

Im Schönbühl gibt's wieder Pizza – und der Centro-Pächter macht ein Versprechen

Ausgerechnet am Tag des Lockdowns hatte Familie Aguilar ihr Ristorante Centro im Luzerner Schönbühl-Quartier eröffnen wollen. Mit Verspätung geht es nun doch noch los – wenn auch eingeschränkt.
Jhon und Irina Aguilar. (Bild: PD)
(Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 29. August 2019)
(Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 8. Mai 2020)
((Bild: Boris Bürgisser, Luzern 8. Mai 2020))

Roman Hodel

Roman Hodel

Roman Hodel

Roman Hodel

Der kommende Montag ist für die Wirte besonders – nach acht Wochen Lockdown können sie wieder Gäste empfangen. Beim Ristorante Centro ist es sogar eine Neueröffnung. Doch die ganze Geschichte von vorne:

Der Schock

Nach gut einem Jahr Planungs- und Umbauzeit hätte das neue Ristorante Centro im Erdgeschoss des Schönbühl-Hochhauses in Luzern am Abend des 16. März eröffnet werden sollen. Doch ausgerechnet an jenem Nachmittag gab der Bundesrat den Lockdown unter anderem für sämtliche Gastrobetriebe bekannt. Da dies abzusehen war, hatten das Pächterehepaar Jhon (48) und Irina (30) Aguilar in Absprache mit Eigentümer Nicolas von Schumacher die Verschiebung schon am Vormittag desselben Tages beschlossen. «Trotzdem war der Entscheid des Bundesrats für uns ein Schock», sagt Jhon Aguilar.

Die Bewerbung

Aguilar betreibt in Brunnen bereits das Ristorante Viktoria. «Ich hatte immer von einem zusätzlichen Betrieb in Luzern geträumt», sagt er. Als er via Inserat erfuhr, dass von Schumacher einen neuen Pächter für sein Lokal im Hochhaus sucht, bewarb sich Aguilar – und erhielt den Zuschlag. Laut von Schumacher hätten sich nicht viele valable Pächter beworben – trotzdem betont er: «Wir sind von Familie Aguilar überzeugt, sonst hätten wir uns nicht für sie entschieden.» Von Schumacher und seine Frau fuhren vorab mehrmals zum Testessen nach Brunnen. «Inkognito», wie er sagt.

Die Vorgeschichte

Im Erdgeschoss des Hochhauses, das vom berühmten Architekten Alvar Aalto stammt, ...

... hatte sich seit dessen Bezug 1968 stets ein Restaurant befunden; zuletzt von der Remimag betrieben, ebenfalls mit dem Namen «Centro». «Im Zuge des Hochhaus-Umbaus überlegten wir uns eine Umnutzung zu Loft-Wohnungen – das hätte sich wegen der Höhe der Räume angeboten», sagt von Schumacher. «Doch im Sinne Aaltos und zur Belebung des Quartiers hielten wir schliesslich an einem Gastrobetrieb fest.» Die Remimag kam allerdings als Pächter nicht mehr in Frage – die finanziellen Ansichten waren zu unterschiedlich.

Das Lokal

Nach dem Umbau wirken die reich befensterten Räume noch heller als bisher durch die hellen Holzdecken, den beigen Jurasandsteinboden und die weissen Wände. Als Kontrast dazu stehen die Sichtbetonsäulen und die schwarzen Stühle. Ebenfalls schwarz sind die Leuchten, eine Adaption der Hängelampe mit dem Übernamen Handgranate, die Aalto in den 1950er Jahren entworfen hat.

«Uns ist wichtig, dass die Innenarchitektur einen Bezug zu Aalto hat», so Aguilar. Wieviel der Umbau gekostet hat, wollen er und von Schumacher nicht preisgeben. Nur soviel: «Wir sind beide an den Kosten beteiligt.»

Die Speisekarte

Wie bisher kommen im Centro italienische Gerichte auf den Tisch – Pizza, Pasta, Risotti sowie Fleisch- und Fischspezialitäten. Doch es gibt auch Cordon-bleu. Warum das? «Weil es gut läuft», sagt Aguilar und fügt an: «Wer Erfolg haben will, muss sich dem Geschmack der Gäste anpassen.» Er macht dazu ein Beispiel: «Die klassische Carbonara macht man nur mit Ei, doch das mögen viele Gäste nicht – deshalb bereiten wir sie mit Rahm zu.» Auch dass der gebürtige Venezolaner auf italienische Küche setzt, kommt nicht von ungefähr: «Sie ist bei den Leuten beliebt und ich habe immer in italienischen Restaurants gearbeitet.» Sein Pizzaiolo sei übrigens Italiener und auch in der Küche würden Italiener arbeiten.

Das 40-Minuten-Versprechen

Nun gibt es italienische Restaurants wie Sand am Meer. Wie also hebt man sich von den anderen ab? «Die Qualität und das Preis-/Leistungsverhältnis sind entscheidend», sagt Aguilar. Pizzen kosten beispielsweise 17 bis 24 Franken. «Und du musst eben immer etwas mehr bieten», sagt er. Damit meint er das Gratis-Dessert zu jedem Mittagsmenü oder das Spielzimmer für die Kinder.

Zudem ist da noch sein Versprechen: Wer bei ihm Zmittag isst, benötigt dafür maximal 40 Minuten. «Dafür garantiere ich, denn die Leute machen ja heute nur noch kurz Pause.»

Die Erlösung

Coronabedingt startet das Centro am Montag, 11. Mai, mit ein paar Einschränkungen, wie es sich in Gastrobetrieben nun gehört: So finden in den drei Räumen insgesamt 54 Gäste Platz – das ist halb so viel wie normal. Gleiches gilt für die grosse Gartenwirtschaft, wo 62 Sitzplätze vorhanden sind. Erste Reservationen habe er schon Tage vor der Eröffnung erhalten. Aguilar sagt: «Wir sind einfach nur froh, dass wir endlich loslegen können.» Und Miete muss er laut von Schumacher frühestens ab Juni bezahlen.

Kommentare (0)